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Arbeiten während des Studiums in Portugal 2026
Karriere 16. Mai 2026

Arbeiten während des Studiums in Portugal 2026

EU-Studierende arbeiten frei; Nicht-EU-Studierende arbeiten während des Semesters in Teilzeit. Die Löhne liegen bei 5–8 €/Stunde. So findest du Arbeit und regelst 2026 die Steuern.

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16. Mai 2026
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8 Min. Lesezeit
| Karriere

Neben deinem Studium in Portugal zu arbeiten ist erlaubt und verbreitet, aber die Regeln hängen von deinem Pass ab. EU/EWR- und Schweizer Studierende können ohne jede Einschränkung arbeiten. Nicht-EU-Studierende mit einer studentischen Aufenthaltserlaubnis können während des Semesters in Teilzeit und in den Ferien in Vollzeit arbeiten. Studierendenlöhne liegen bei 5–8 €/Stunde, wobei das nationale Minimum 2026 bei rund 870 €/Monat für Vollzeitarbeit liegt. Teilzeitarbeit hilft bei den Lebenshaltungskosten, deckt aber keine Nicht-EU-propinas. Hier ist, wie es funktioniert, wo du Jobs findest und welche Steuern du zahlst.

Wer arbeiten darf und wie viel

  • EU/EWR- und Schweizer Studierende: Kein Limit bei den Stunden. Du hast dieselben Arbeitsrechte wie portugiesische Bürger:innen. Registriere einfach deinen Wohnsitz und hol dir eine NIF und eine Sozialversicherungsnummer.
  • Nicht-EU-Studierende (studentische Aufenthaltserlaubnis): Du darfst während des akademischen Semesters in Teilzeit und in den offiziellen Ferien in Vollzeit arbeiten. Die Erlaubnis erlaubt Beschäftigung ohne separates Arbeitsvisum — deine AIMA-Aufenthaltserlaubnis ist die Grundlage.

Bestätige immer die aktuellen Bedingungen, die auf deiner AIMA-Erlaubnis vermerkt sind, da die Bedingungen individuell festgelegt werden können.

Was Studierendenjobs zahlen

Portugals Löhne sind niedriger als in Nordeuropa, aber das sind auch die Lebenshaltungskosten. Der nationale Mindestlohn liegt 2026 bei rund 870 €/Monat für Vollzeit (etwa 5 €/Stunde).

  • Gastronomie (Cafés, Restaurants, Bars): 5–7 €/Stunde, oft mit Trinkgeld — reichlich vorhanden in Lissabon, Porto und Touristengebieten
  • Einzelhandel und Supermärkte: 5–6,50 €/Stunde
  • Callcenter und Shared-Service-Center: 700–1.100 €/Monat für mehrsprachige Rollen — ein großer Arbeitgeber in Lissabon und Porto und eine der bestbezahlten Studierendenoptionen
  • Privatnachhilfe (explicações): 10–20 €/Stunde, besonders für Mathematik, Naturwissenschaften und Sprachen
  • Universitätsjobs und Forschungsassistenz: variabel, oft über Fachbereiche für fortgeschrittene Studierende

Mehrsprachige Studierende sind bei den internationalen Call- und Service-Centern, die sich in Lissabon und Porto ballen, stark gefragt — Deutsch-, Französisch-, Niederländisch- und Nordsprachensprecher:innen erzielen die besten Sätze.

Wie viele Stunden kannst du realistisch arbeiten?

Ein Teilzeitjob von 15–20 Stunden pro Woche zu 6 €/Stunde bringt rund 360–480 €/Monat — genug, um Lebensmittel und Verkehr in einer günstigeren Stadt wie Coimbra oder Braga zu decken, und ein bedeutender Beitrag zur Lissabon-Miete. Kombiniert mit einem Wohnheimzimmer oder einer república decken viele Studierende den Großteil ihrer Lebenshaltungskosten. Es deckt nicht die Nicht-EU-propina, plane die Studiengebühren also über Ersparnisse oder Stipendien (siehe unseren Stipendien-Guide).

Wo du Arbeit findest

  • Call-/Service-Center-Recruiter:innen: Unternehmen wie Teleperformance, Concentrix und viele BPOs stellen ganzjährig mehrsprachige Studierende ein — bewirb dich direkt oder über Personalagenturen.
  • Jobbörsen: Net-Empregos, Indeed Portugal und SAPO Emprego listen Teilzeitrollen.
  • Karriereservices der Universität: Die meisten Universitäten haben ein Karrierebüro (gabinete de saídas profissionais) und interne Jobbörsen.
  • Gastronomie, persönlich: Mit einem Lebenslauf in Cafés und Restaurants zu gehen, funktioniert noch, besonders in Touristenvierteln.
  • Nachhilfeplattformen und Schwarze Bretter: Explicações sind über Studierendengruppen und lokale Anzeigen leicht zu finden.

Steuern und Sozialversicherung

Um legal zu arbeiten, brauchst du:

  • Eine NIF (Steuernummer) — für jede Beschäftigung und um bezahlt zu werden
  • Eine NISS (Sozialversicherungsnummer, Número de Identificação de Segurança Social) — dein:e Arbeitgeber:in braucht sie, um dich anzumelden

Die Einkommensteuer (IRS) wird von deinem:deiner Arbeitgeber:in an der Quelle einbehalten; bei studentischen Teilzeitverdiensten ist der effektive Satz niedrig, und du kannst nach der Steuererklärung eine Rückerstattung beantragen, wenn zu viel einbehalten wurde. Sozialversicherungsbeiträge (rund 11 % Arbeitnehmeranteil) gehen von deinem Gehalt ab und zählen für Leistungen. Behalte deine Gehaltsabrechnungen (recibos) — du reichst eine jährliche IRS-Erklärung ein, oft mit einer Rückerstattung für Geringverdiener:innen.

Freelancing und Recibos Verdes

Viel Studierendeneinkommen in Portugal ist freiberuflich statt angestellt — Nachhilfe, Übersetzung, Design, Content-Schreiben und Remote-Gigs. Um legal zu fakturieren, registrierst du dich als selbstständige:r Arbeiter:in (trabalhador independente) beim Finanças und stellst grüne Quittungen (recibos verdes) über das Online-Portal Portal das Finanças aus. Die Einrichtung ist kostenlos und gut für unregelmäßige Studierendenarbeit geeignet.

  • Erstjahresbefreiung: In deinen ersten 12 Monaten der Selbstständigkeit bist du in der Regel von Sozialversicherungsbeiträgen befreit, was frühe Verdienste sauber hält.
  • Geringeinkommensschwelle: Bleibt dein jährliches freiberufliches Einkommen unter der Kleinunternehmergrenze, fällst du in das vereinfachte Regime (regime simplificado) mit leichter Berichterstattung.
  • Mehrwertsteuer (IVA): Unter einer Umsatzschwelle bist du von der Mehrwertsteuererhebung befreit — die meisten Studierenden überschreiten sie nie.

Recibos verdes sind die Standardmethode, mit der Studierende Nachhilfe (explicações) und freiberufliche Kund:innen abrechnen. Behalte Aufzeichnungen jeder Quittung für deine jährliche IRS-Erklärung.

Praktika und Arbeitseinsätze

Viele portugiesische Abschlüsse beinhalten ein Praktikum (estágio), und die wachsende Tech- und Startup-Szene in Lissabon, Porto und Braga bietet bezahlte Praktika. Praktika sind ein exzellenter Weg in den Absolvent:innen-Arbeitsmarkt und führen oft zu einem Jobangebot nach dem Studium. Erasmus+-Praktika können Praktika in Portugal finanzieren. Bezahlte Praktika zahlen in der Regel eine Zulage von 600–1.000 €/Monat, und ein starkes Praktikum ist oft ein verlängertes Vorstellungsgespräch. Für das, was nach dem Abschluss kommt, siehe unseren Guide zur Absolvent:innen-Karriere.

Ein realistisches Monatsbudget mit einem Teilzeitjob

So stapeln sich die Zahlen für eine:n Studierende:n, der:die 16 Stunden pro Woche zu 6,50 €/Stunde in Porto arbeitet:

  • Teilzeiteinkommen: ~450 €/Monat brutto, ~400 € netto nach Sozialversicherung
  • Zimmer in einer WG: 380 €/Monat
  • Lebensmittel: 200 €/Monat
  • Verkehr (Monatsticket): 30 €/Monat
  • Handy und Extras: 60 €/Monat

Der Teilzeitlohn deckt Lebensmittel, Verkehr und Handy mit etwas Übrigem — das heißt, Ersparnisse oder eine elterliche Aufstockung müssen nur die Miete decken. In Lissabon lässt derselbe Job eine größere Mietlücke; in Coimbra oder Braga kann er fast alles decken. Deshalb funktioniert Portugal gut für budgetbewusste Studierende: moderate Löhne reichen weit gegen moderate Kosten.

Deine Rechte als arbeitende:r Studierende:r

Das portugiesische Arbeitsrecht schützt arbeitende Studierende, und du solltest die Grundlagen kennen, bevor du etwas unterschreibst:

  • Ein schriftlicher Vertrag: Bestehe auf einem (contrato de trabalho). Er legt deine Stunden, Bezahlung und Kündigungsfrist fest und belegt deine Beschäftigung für Erlaubnis-Verlängerungen.
  • Die 14-Monats-Gehaltsstruktur: Vollzeit-Angestelltenrollen in Portugal werden in der Regel über 14 Raten gezahlt — 12 Monate plus Urlaubs- und Weihnachtssubventionen — berücksichtige das also in jeder Jahreszahl.
  • Bezahlter Urlaub: Angestellte erwerben bezahlten Jahresurlaub (in der Regel 22 Arbeitstage pro Jahr, anteilig für Teilzeitkräfte).
  • Werkstudierenden-Status (trabalhador-estudante): Registrierst du diesen Status bei deinem:deiner Arbeitgeber:in und deiner Universität, erhältst du Schutz wie freie Zeit für Prüfungen und Flexibilität rund um deinen Stundenplan — ein wirklich nützliches Recht, das viele Studierende zu beanspruchen vergessen.

Sich als trabalhador-estudante zu registrieren, lohnt sich in dem Moment, in dem du einen regelmäßigen Job beginnst — es erkennt formell an, dass dein Studium an erster Stelle steht.

Arbeit und Studium ausbalancieren

  • Schütze dein Studium: 15–20 Stunden sind eine nachhaltige Obergrenze während des Semesters. Nicht-EU-Erlaubnisse beschränken dich ohnehin auf Teilzeit — respektiere es, um deinen Status sauber zu halten.
  • Nutze die Ferien: Vollzeit-Sommerarbeit (für Nicht-EU-Studierende) ist die beste Zeit, um Ersparnisse aufzubauen.
  • Nutze Sprachen: Sprichst du eine gefragte Sprache, zahlen die Call-/Service-Center gut für flexible Schichten.
  • Verfolge deine Stunden und Bezahlung: Behalte Gehaltsabrechnungen und Verträge; sie helfen bei IRS-Rückerstattungen und etwaigen Fragen zur Erlaubnis-Verlängerung.

Häufig gestellte Fragen

Können internationale Studierende in Portugal arbeiten?

Ja. EU/EWR- und Schweizer Studierende arbeiten ohne Einschränkung. Nicht-EU-Studierende mit einer studentischen Aufenthaltserlaubnis können während des Semesters in Teilzeit und in den Ferien in Vollzeit arbeiten, mit der AIMA-Erlaubnis als Grundlage — kein separates Arbeitsvisum nötig.

Wie viel können Studierende in Portugal verdienen?

Typische Studierendenlöhne liegen bei 5–8 €/Stunde oder 700–1.100 €/Monat in mehrsprachigen Call-/Service-Centern. Eine 15–20-Stunden-Woche bringt rund 360–480 €/Monat — genug, um Lebenshaltungskosten in günstigeren Städten zu decken, weniger für die volle Lissabon-Miete.

Wie hoch ist der Mindestlohn in Portugal 2026?

Der nationale Mindestlohn liegt 2026 bei rund 870 €/Monat für Vollzeitarbeit (etwa 5 €/Stunde). Viele Studierendenjobs zahlen auf oder leicht über diesem Niveau, wobei Nachhilfe- und mehrsprachige Rollen mehr zahlen.

Brauche ich eine NIF und eine NISS, um zu arbeiten?

Ja. Du brauchst eine NIF (Steuernummer), um angestellt und bezahlt zu werden, und eine NISS (Sozialversicherungsnummer), damit dein:e Arbeitgeber:in dich anmelden kann. Hol dir die NIF früh; die NISS ist unkompliziert zu bekommen, sobald du einen Job hast.

Welche Jobs sind am besten für Studierende in Portugal?

Mehrsprachige Call- und Shared-Service-Center-Rollen zahlen am besten und stellen ganzjährig in Lissabon und Porto ein. Gastronomie, Einzelhandel und Privatnachhilfe (explicações) sind ebenfalls verbreitet. Nachhilfe zahlt mit 10–20 € pro Stunde am meisten.

Zahle ich Steuern auf einen Studierendenjob?

Die Einkommensteuer (IRS) wird an der Quelle einbehalten, aber bei Studierendenverdiensten ist der effektive Satz niedrig, und du kannst nach Einreichung deiner Jahreserklärung oft eine Rückerstattung beantragen. Sozialversicherungsbeiträge (rund 11 %) gehen ebenfalls von deinem Gehalt ab.

Kann Teilzeitarbeit meine Kosten in Portugal decken?

Sie kann den Großteil deiner Lebenshaltungskosten in günstigeren Städten wie Coimbra oder Braga decken und einen guten Anteil in Lissabon. Sie deckt nicht die Nicht-EU-propina, plane die Studiengebühren also über Ersparnisse oder Stipendien. Modelliere die Zahlen mit dem Studienkosten-Rechner.

Wie eröffne ich ein Bankkonto, um meinen Lohn zu erhalten?

Sobald du deine NIF, einen Einschreibungsnachweis, deinen Reisepass und einen Adressnachweis hast, kannst du ein kostenloses oder günstiges Studierendenkonto bei Banken wie Millennium BCP, Caixa Geral de Depósitos oder Santander eröffnen. Dein:e Arbeitgeber:in zahlt dein Gehalt per Überweisung auf dieses Konto, richte es also vor Arbeitsbeginn ein.

Für das vollständige finanzielle und praktische Bild siehe unseren Guide zu den Studienkosten in Portugal und die Übersicht zu Arbeit und Karriere. Beginne deine Planung bei Studieren in Portugal.

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Tags: Arbeit Portugal Teilzeitjobs Studierendenleben