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Studieren in Norwegen - Study abroad destination

Leben in Norwegen als Studierende:r - Studieren in Norwegen (de)

Wie du eine Wohnung findest, die Gesundheitsversorgung einrichtest, in Oslo und Bergen unterwegs bist und mit den langen Wintern umgehst — praktisches Studierendenleben in einem der teuersten Länder Europas.

Aktualisiert 18. Mai 2026 7 Min. Lesezeit

Leben in Norwegen als Studierende:r

Norwegen ist sicher, schön und teuer — und das Studierendenleben funktioniert hier anders, als du vielleicht erwartest. Dieser Guide deckt die praktische Seite ab: eine Wohnung finden, sich für die Gesundheitsversorgung registrieren, unterwegs sein, essen, ohne pleite zu gehen, und die langen Winter überstehen (und genießen). Am Ende weißt du, wie dein erstes Jahr vor Ort tatsächlich aussieht.

Eine Wohnung finden

Wohnen ist deine größte Kostenposition und deine größte frühe Herausforderung. Starte an dem Tag, an dem du zugelassen wirst.

Wohnheime der Studierendenwerke (mach das zuerst)

Jede Stadt hat ein Studierendenwerk (studentsamskipnad), das subventionierte Studierendenwohnheime betreibt:

  • Oslo — SiO
  • Bergen — Sammen
  • Trondheim — Sit
  • Tromsø — Norges arktiske studentsamskipnad
WohnformMonatsmiete
WG-Zimmer im StudierendenwohnheimNOK 4.000–5.500
Studio im StudierendenwohnheimNOK 5.500–7.000
Privates WG-ZimmerNOK 6.500–9.000
Privates StudioNOK 9.000–13.000

Studierendenwohnheime sind weit günstiger als der private Markt und umfassen in der Regel Nebenkosten und Internet. Bewirb dich sofort bei der Zulassung — die Wohnungen in Oslo füllen sich am schnellsten.

Private Mieten

Wenn kein Studierendenwohnheim verfügbar ist, schau auf Finn.no (Norwegens wichtigstem Marktplatz) und Hybel.no. Rechne mit einer Kaution von bis zu drei Monatsmieten auf einem gesperrten Kautionskonto (depositumskonto) — diese ist gesetzlich geschützt und wird beim Auszug zurückgezahlt.

Profi-Tipp: Hüte dich vor Mietbetrug in sozialen Medien. Überweise nie Geld, bevor du eine Wohnung besichtigt hast (oder eine vertrauenswürdige Kontaktperson sie besichtigt hat). Seriöse Vermieter:innen nutzen ein depositumskonto, nicht Western Union.

Gesundheitsversorgung

Norwegens Gesundheitsversorgung ist exzellent und, sobald du im System bist, im Wesentlichen kostenlos.

Aufenthalte über 12 Monate

Registriere dich beim Einwohnermelderegister (Folkeregisteret) im Finanzamt. Du erhältst eine nationale ID-Nummer (fødselsnummer) und wirst Mitglied im Sozialversicherungssystem (folketrygden). Dir wird dann eine:n feste:n Hausärzt:in (fastlege) zugewiesen, und du bekommst öffentliche Gesundheitsversorgung. Es gibt eine kleine jährliche Zuzahlungsobergrenze (egenandel), ab der die Versorgung kostenlos ist.

Aufenthalte unter 12 Monaten

  • EU/EWR-Studierende — nutze deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)
  • Nicht-EU-Studierende — brauchen in der Regel eine private Krankenversicherung, bis du Anspruch auf die nationale Versorgung hast

Zahnbehandlung ist für Erwachsene nicht vollständig abgedeckt — plane separat für die Zahnärzt:in (eine Kontrolle kostet NOK 800–1.500).

Unterwegs sein

Der öffentliche Nahverkehr in Norwegen ist verlässlich, sauber und gut integriert — aber ohne den Studierendenrabatt nicht günstig.

StadtBetreiberStudierenden-Monatsticket
OsloRuter~NOK 480
BergenSkyss~NOK 500
TrondheimAtB~NOK 450
TromsøTroms fylkestrafikk~NOK 450
  • Innerhalb der Städte — Busse, Trams und U-Bahn (Oslo) decken alles ab. Hol das Studierenden-Monatsticket über die App des Betreibers.
  • Zwischen den Städten — Vy betreibt Züge; die Fahrt von Oslo nach Bergen ist eine der landschaftlich schönsten der Welt. Fernbusse (Vy Express, Nor-way) sind günstiger.
  • Radfahren — beliebt in Oslo und Trondheim in den wärmeren Monaten; die Städte haben Bike-Sharing-Systeme.
  • Flüge — für lange Strecken (Oslo nach Tromsø) sind Inlandsflüge mit Norwegian und SAS oft die praktische Wahl.

Essen und Lebensmittel

Lebensmittel sind teuer, aber die Qualität ist hoch. Cleveres Einkaufen hält es im Rahmen.

  • Discountketten — Kiwi, REMA 1000, Coop Extra sind die günstigsten
  • Eigenmarken — First Price und Xtra sparen viel
  • Mensen — die Studierendenwerke betreiben subventionierte Mensen mit günstigen warmen Mahlzeiten
  • Vermeide häufiges Essengehen — ein Hauptgericht im Restaurant kostet NOK 200–350; ein Bier NOK 90–120

Plane NOK 3.500–4.500/Monat für Lebensmittel ein, wenn du zu Hause kochst. Norweger:innen tun das — Essengehen ist Anlässen vorbehalten.

Den Winter überstehen

Der Winter ist das, was internationale Studierende am meisten unterschätzen.

  • Der Süden (Oslo, Bergen) — kalt, etwa -5 °C bis -10 °C, kurze Tage, viel Dunkelheit, aber nicht extrem.
  • Der Norden (Tromsø)Polarnacht, Wochen ohne Sonnenaufgang von Ende November bis Mitte Januar, ausgeglichen durch das Nordlicht und im Sommer die Mitternachtssonne.

Wie Norweger:innen damit umgehen, und wie du es auch tun solltest:

  • Richtige Ausrüstung — ein wirklich warmer Mantel, wasserdichte Stiefel, Schichten, Mütze, Handschuhe. Spar nicht daran.
  • Koselig — die norwegische Kunst der Gemütlichkeit: Kerzen, warme Getränke, gute Gesellschaft drinnen.
  • Geh trotzdem nach draußenfriluftsliv bedeutet, die Natur das ganze Jahr über zu umarmen. Skifahren, Winterwanderungen und Eislaufen schlagen Winterschlaf.
  • Licht und Vitamin D — viele Studierende nutzen eine Tageslichtlampe und nehmen im Winter Vitamin D.

Kultur und Freundschaften schließen

Norweger:innen sind berühmt zurückhaltend — aber es ist Schüchternheit, keine Kälte. Freundschaften entstehen langsam, rund um gemeinsame Aktivitäten statt Small Talk.

  • Tritt früh etwas bei — einer studentischen Organisation, einem Sportverein, einem Chor oder den friluftsliv-Touren, die studentische Gruppen organisieren. Das ist der mit Abstand beste Weg, Leute zu treffen.
  • Nutze das Buddy-Programm — die meisten Universitäten verbinden internationale Studierende in den ersten Wochen mit lokalen Mentor:innen.
  • Dugnad — gemeinschaftliche Freiwilligenarbeit (etwa das Putzen des Hofs des Studierendenwohnheims) ist ein echter sozialer Kitt; mach mit.
  • Respektiere die ungeschriebenen Regeln — Pünktlichkeit zählt, die Rechnung zu teilen ist normal, und persönlicher Raum wird geschätzt.

Sobald du dazugehörst, sind norwegische Freundschaften echt und langlebig.

Die Natur und das Leben mit den Jahreszeiten

Natur ist in Norwegen kein Wochenend-Hobby — sie ist in die Art verwoben, wie Menschen leben, und sie zu umarmen ist der schnellste Weg, sich zu Hause zu fühlen.

  • Allemannsretten (Jedermannsrecht) — du darfst auf den meisten unbewirtschafteten Flächen legal und kostenlos wandern, campen, schwimmen und sammeln. Wenige Länder bieten das.
  • Studentische Sportvereine (BSI, NTNUI usw.) — organisieren günstige Wanderungen, Skitouren, Klettern und Hüttenwochenenden; einem beizutreten ist der klassische Weg, norwegische Freunde zu finden.
  • Hüttenkultur (hytte) — ein Wochenende in einer Berg- oder Seehütte ist die nationale Art, aufzutanken; viele Studierende werden mitgenommen.
  • Jahreszeiten prägen alles — Beerenpflücken im Herbst, Skifahren und Nordlicht im Winter (im Norden) und lange helle Sommerabende mit der Mitternachtssonne nördlich des Polarkreises.

Kaufe früh ordentliche Outdoor-Ausrüstung — eine winddichte Jacke und gute Stiefel kommen hier mehr zum Einsatz, als du erwarten würdest, und Secondhand-Läden und studentische Gruppen sind gute Quellen.

Banking und Behörden

  • Nationale ID-Nummer (fødselsnummer) — registriere dich beim Finanzamt; sie schaltet Banking, Gesundheitsversorgung und die meisten Dienste frei.
  • Bankkonto — DNB, Nordea und Sparebank 1 sind die wichtigsten Banken; du brauchst deine ID-Nummer und einen Adressnachweis. Vipps (mobile Zahlungen) wird überall genutzt.
  • BankID — die digitale Identität, die dich in Behörden- und Bankdienste einloggt. Hol sie dir, sobald du ein Bankkonto hast.
  • Telefon — Telia, Telenor und Ice bieten studierendenfreundliche Prepaid-Tarife für NOK 200–400/Monat.

Norwegen ist stark bargeldlos — Karten und Vipps funktionieren überall, und viele Orte nehmen gar kein Bargeld mehr. Ein praktischer Tipp: Während du auf dein norwegisches Bankkonto und BankID wartest, kannst du mit Diensten wie Wise oder Revolut in der Zwischenzeit Geld empfangen und ausgeben, und viele Vermieter:innen und die Studierendenwerke akzeptieren sie für frühe Zahlungen. Sobald deine fødselsnummer und BankID aktiv sind, wechsle aber zu einem lokalen Konto — es wird für fast alles gebraucht, vom Abschluss eines Handyvertrags bis zum Einloggen ins Steuerportal.

Nächste Schritte

  1. Kosten und Finanzierung — das vollständige Budget, einschließlich der neuen Gebühren
  2. Visum und Ankunft — Registrierung, ID-Nummer und deine ersten Wochen
  3. Arbeiten und Karriere — Teilzeitjobs und Optionen nach dem Studium
  4. Warum in Norwegen studieren — das große Ganze
  5. Der 10-Schritte-Guide — der vollständige Fahrplan von der Entscheidung bis zur Einschreibung

Häufige Fragen

Wie finde ich ein Studierendenwohnheim in Norwegen?
Die beste Option ist das Studierendenwerk deiner Stadt — SiO in Oslo, Sammen in Bergen, Sit in Trondheim oder das jeweilige Pendant. Sie bieten subventionierte Zimmer für NOK 4.000–7.000/Monat. Bewirb dich in dem Moment, in dem du zugelassen wirst, da die Nachfrage hoch ist. Private Mieten (NOK 6.000–9.000/Monat für ein Zimmer) findest du auf Finn.no und Hybel.no.
Ist Oslo teuer für Studierende?
Ja — Oslo ist eine der teuersten Städte Europas. Plane NOK 13.000–15.000/Monat ein, einschließlich Wohnen, Essen, Transport und Freizeit. Die Miete ist die größte Kostenposition. Du sparst deutlich, indem du im Studierendenwohnheim lebst, zu Hause kochst, bei Discountketten wie Kiwi und REMA 1000 einkaufst und deinen Studierenden-Transportrabatt nutzt.
Wie funktioniert die Gesundheitsversorgung für internationale Studierende in Norwegen?
Wenn du über 12 Monate bleibst und dich beim Einwohnermelderegister registrierst, wirst du Mitglied im Sozialversicherungssystem und erhältst öffentliche Gesundheitsversorgung — dir wird eine:n feste:n Hausärzt:in (fastlege) zugewiesen. EU/EWR-Studierende, die unter einem Jahr bleiben, nutzen ihre EHIC-Karte. Nicht-EU-Studierende bei kurzen Aufenthalten brauchen in der Regel eine private Versicherung, bis sie abgedeckt sind.
Wie ist der öffentliche Nahverkehr in Norwegen?
Exzellent und verlässlich. Oslo (Ruter), Bergen (Skyss), Trondheim (AtB) und andere Städte haben integrierte Bus-, Tram- und U-Bahn-Systeme mit Studierendenrabatten — ein Monatsticket für Studierende kostet rund NOK 450–800. Fernzüge (Vy) und Busse verbinden das Land, und Radfahren ist in flacheren Städten in den wärmeren Monaten beliebt.
Muss ich Norwegisch sprechen, um in Norwegen zu leben?
Nicht für das akademische Leben oder grundlegende Alltagsaufgaben — Norweger:innen sprechen ausgezeichnetes Englisch, und die meisten Dienste funktionieren auf Englisch. Aber Norwegisch hilft enorm bei Teilzeitjobs, beim Knüpfen lokaler Freundschaften und beim Bleiben nach dem Abschluss. Universitäten bieten kostenlose oder günstige Norwegischkurse. Schon B1 zu erreichen verändert dein soziales und berufliches Leben.
Wie kalt und dunkel sind norwegische Winter?
Das hängt von der Region ab. Oslo und der Süden haben kalte Winter (etwa -5 °C bis -10 °C) mit kurzen Tagen. Nordnorwegen (Tromsø) erlebt die Polarnacht — Wochen ohne Sonnenaufgang — aber auch das Nordlicht. Norweger:innen kommen damit zurecht mit der richtigen Ausrüstung, häuslicher Gemütlichkeit (koselig), Wintersport und Lichttherapie. Die Sommer gleichen das mit langen hellen Tagen aus.
Wie ist die Essens- und Lebensmittelszene?
Lebensmittel sind teuer, aber von hoher Qualität. Discountketten (Kiwi, REMA 1000, Coop Extra) und Eigenmarken (First Price, Xtra) halten die Kosten niedrig — plane NOK 3.500–4.500/Monat ein. Mensen der Studierendenwerke servieren günstige Mahlzeiten. Essengehen ist teuer (NOK 200–350 für ein Hauptgericht), daher kochen die meisten Studierenden zu Hause.
Wie knüpfen Norweger:innen Kontakte, und ist es leicht, Freunde zu finden?
Norweger:innen sind anfangs zurückhaltend, aber loyal, sobald du dazugehörst. Freundschaften entstehen langsam über gemeinsame Aktivitäten statt über Small Talk. Der schnellste Weg hinein ist, einer studentischen Organisation, einem Sportverein oder den friluftsliv-Touren beizutreten, die studentische Gruppen organisieren. Internationale Studierendennetzwerke und Buddy-Programme an Universitäten helfen in den ersten Monaten enorm.
Ist Norwegen LGBTQ+-freundlich?
Ja, sehr. Norwegen hat 2009 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert und zählt zu den progressivsten Ländern bei LGBTQ+-Rechten. Oslo, Bergen und Trondheim haben sichtbare, einladende Communitys und veranstalten Pride-Events. Universitäten sind inklusiv, und Diskriminierung ist selten und gesellschaftlich inakzeptabel.

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