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Sperrkonto Vergleich 2026: Welcher Anbieter ist der beste?
Finanzen 27. April 2026

Sperrkonto Vergleich 2026: Welcher Anbieter ist der beste?

Expatrio 149€, Fintiba 278€, Coracle 99€: alle Gebühren, Eröffnungszeiten und Bankpartner für dein Sperrkonto-Studentenvisum 2026.

Study Abroad Editorial Team
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27. April 2026
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14 Min. Lesezeit
| Finanzen

Ein Sperrkonto für dein deutsches Studentenvisum kostet 2026 zwischen 99€ (Coracle) und 278€ (Fintiba) — Expatrio liegt mit 149€ dazwischen. Alle drei akzeptieren die geforderten 11.904€ und werden von jeder deutschen Botschaft anerkannt. Welcher Anbieter zu dir passt, hängt von drei Fragen ab: Wie schnell brauchst du dein Konto? Willst du Krankenversicherung gleich mit dabei? Und wie wichtig ist dir eine deutsche Banklizenz?

Die wichtigsten Fakten

  • Günstigster Anbieter: Coracle mit 99€ im ersten Jahr — 178€ unter Fintiba.
  • Etablierter deutscher Bankpartner: Fintiba über die Sutor Bank mit voller Einlagensicherung.
  • Schnellste Eröffnung: Coracle in unter zwei Stunden, wenn dein Visa-Termin drängt.
  • Geforderter Betrag: 11.904€ pro Jahr für das Studentenvisum, 13.092€ für die Chancenkarte.
  • Unsere Empfehlung: Expatrio für das ausgewogene Paket, Coracle bei knappem Budget, Fintiba für Markentreue.

Warum überhaupt ein Sperrkonto?

Das Sperrkonto ist der Standard-Finanznachweis für dein Studentenvisum nach Deutschland. Du zahlst einmalig die geforderte Jahressumme ein, und die Bank gibt dir das Geld in monatlichen Raten frei. Damit zeigst du der Botschaft: Ich kann mein Studienjahr finanzieren, ohne in Notlage zu geraten. Wie das System juristisch funktioniert, welche Alternativen es gibt (Stipendium, Verpflichtungserklärung) und wer es überhaupt braucht, steht im großen Sperrkonto-Leitfaden. Dieser Artikel fokussiert sich auf die nüchterne Anbieter-Frage: Wer ist günstig, wer ist schnell, wer ist verlässlich?

Mindestbeträge 2026

Die Höhe deines Sperrkontos richtet sich nach dem BAföG-Bedarfssatz aus §13 und §13a BAföG. Daraus ergeben sich zwei Beträge, je nach Visa-Typ:

  • Studentenvisum: 11.904€BAföG §13 pro Jahr, also 992€ pro Monat. Dieser Betrag gilt seit Wintersemester 2024/25.
  • Chancenkarte oder Jobsuchvisum: 13.092€ pro Jahr, also 1.091€ pro Monat. Das sind 10 Prozent mehr als beim klassischen Studentenvisum.

Hinweis: Das Auswärtige Amt nennt seit Mitte 2022 keinen festen Betrag mehr auf seiner Anbieterseite.Auswärtiges Amt Die Zahl kommt direkt aus dem BAföG-Gesetz und wird von allen Anbietern und Botschaften gleich angesetzt. Wenn dein Visum länger als ein Jahr dauert, brauchst du theoretisch mehr — in der Praxis wird aber meist nur der Jahresbetrag verlangt, weil du das Konto später aufstocken kannst.

Mini-Beispiel: Du bekommst ein Teilstipendium über 400€ pro Monat. Dann reicht ein Sperrkonto über 7.104€ (11.904€ minus 4.800€ Stipendienleistung). Die meisten Botschaften akzeptieren diese Mischrechnung, wenn dein Stipendienbescheid offiziell ist.

Die drei Anbieter im Detail

Expatrio: das Bundle-Angebot

Expatrio ist der bekannteste deutsche Anbieter und richtet sich an Studierende, die alles aus einer Hand wollen. Du eröffnest dein Sperrkonto online in zehn Minuten, lädst Reisepass und Zulassung hoch und bekommst innerhalb eines Werktags die Bestätigung. Sobald deine Einzahlung ankommt, erhältst du sofort die Sperrbescheinigung für die Botschaft.

Die Gebühren sind übersichtlich: 89€ einmalige Setup-Gebühr, danach 5€ pro Monat. Im ersten Jahr zahlst du also 149€. Dazu kommt ein Buffer von 100€, den Expatrio bei der letzten Monatsauszahlung wieder zurückgibt — du verlierst das Geld also nicht. Bankpartner ist die UniCredit, früher Aion Bank, mit 100.000€ Einlagensicherung.

Stark wird Expatrio durch das Value Package: Sperrkonto, gesetzliche oder private Krankenversicherung, kostenloses Girokonto und ISIC-Studierendenausweis in einem Vorgang. Wenn du dich für die TK-Flex-Krankenversicherung entscheidest, gibt es bis zu 90€ Cashback. Bei einer Visa-Ablehnung erstattet Expatrio nicht nur die Einlage, sondern auch die Servicegebühren — das macht keiner der anderen so. Die Plattform spricht 13 Sprachen, darunter Arabisch, Koreanisch, Vietnamesisch und Urdu. Trustpilot-Bewertung: 4,6 Sterne aus 9.321 Reviews.

Praktischer Pluspunkt: Die Krankenkasse-Anmeldung erfolgt mit demselben Account. Du musst nicht parallel auf der TK-Website ein zweites Formular ausfüllen — Expatrio gibt deine Daten direkt weiter, und du erhältst die Versicherungsbestätigung im selben Dashboard. Das spart bei vielen Studierenden zwei bis drei Tage Wartezeit, weil Botschaften die Krankenversicherungsbestätigung als Visa-Unterlage akzeptieren wollen.

Für wen? Du willst nicht zwei Anbieter parallel managen und nimmst einen kleinen Aufpreis fürs Komplettpaket gerne mit. Mini-Beispiel: Wenn du aus Lagos kommst und gleichzeitig Sperrkonto, TK-Krankenversicherung und Reiseversicherung brauchst, wickelt Expatrio alles in einem Onboarding ab — bei Fintiba oder Coracle hättest du zwei Anbieter-Accounts mit zwei Logins.

Fintiba: der etablierte deutsche Partner

Fintiba ist seit 2016 am Markt und der älteste reine Sperrkonto-Spezialist. Hauptargument: Bankpartner ist die Sutor Bank, ein deutsches Geldinstitut mit voller BaFin-Lizenz. Wer einen klassischen deutschen Banknamen auf seinem Visa-Antrag sehen will, ist hier richtig.

Die Gebührenstruktur ist die teuerste der drei: 159€ Setup einmalig plus 9,90€ pro Monat. Im ersten Jahr macht das 277,80€ — fast das Dreifache von Coracle. Einen Buffer gibt es nicht, der gesamte Setup-Betrag ist verloren. Die Eröffnung läuft komplett digital, Fintiba selbst gibt eine Setup-Zeit von unter zehn Minuten an. In der Praxis solltest du drei bis vier Wochen vor deinem Visa-Termin starten, weil Überweisungen aus Asien länger brauchen.

Beim Versicherungspaket Fintiba Plus bekommst du gesetzliche oder private Krankenversicherung plus eine kostenlose Reiseversicherung und ein Girokonto. Bei Visa-Ablehnung gibt Fintiba nur die Einlage zurück, nicht die Setup-Gebühr und nicht die Überweisungsgebühren. Die Auszahlung läuft per SWIFT und dauert nach Erfahrungswerten drei bis vier Wochen. Fintiba spricht neun Sprachen und hat als einziger Anbieter ein dediziertes Produkt für Minderjährige unter 18.

Wer historisch nach „dem deutschen Sperrkonto-Anbieter" gesucht hat, fand fast immer Fintiba. Das hat Vorteile bei Beratern und Auslandsstellen: Manche kleinere Botschaften (etwa in Zentralasien oder Nordafrika) verlangen explizit einen Bankpartner mit BaFin-Lizenz, weil sie mit der Lemonway-Konstruktion nicht vertraut sind. In diesen Fällen lohnt der Aufpreis. Die Sutor Bank selbst ist ein Hamburger Geldinstitut mit über 100-jähriger Geschichte — das Vertrauen kommt nicht aus der App, sondern aus dem Banknamen.

Für wen? Du legst Wert auf eine deutsche Banklizenz, bist unter 18 oder dein Heimatkonsulat will explizit einen etablierten Bankpartner sehen. Mini-Beispiel: Wenn deine Botschaft in Tashkent letzten Monat einen Coracle-Antrag wegen „unklarem Bankpartner" zurückgegeben hat, gewinnt Fintiba den Anbieter-Vergleich für dich automatisch.

Coracle: der Preis-Champion

Coracle ist der jüngste Anbieter und bricht das Preisniveau. 99€ einmalige Setup-Gebühr, 0€ Monatsgebühr — und damit ist der erste Jahres-Total bezahlt. Im zweiten Jahr fallen einmalig 60€ Renewal-Gebühr an. Über zwei Jahre gerechnet zahlst du bei Coracle 159€, bei Fintiba 396€ — eine Differenz von 237€.

Die Eröffnung gibt Coracle mit unter zwei Stunden an, was es zur schnellsten Option macht. Bankpartner sind Lemonway und kooperierende EU-Banken, alle mit 100.000€ Einlagensicherung. Der Buffer beträgt 80€ und wird mit der ersten Auszahlung zurückgegeben.

Versicherungspaket: Coracle Prime Uni für 59€ pro Jahr inkludiert eine kostenlose Reiseversicherung über 365 Tage plus Wahl zwischen TK, AOK, Barmer oder DAK als Krankenkasse. Bei Visa-Ablehnung erstattet Coracle die Einlage komplett, aber nicht die Setup-Gebühr. Der Anbieter wirbt mit 100 Prozent Akzeptanz bei allen deutschen Botschaften. Auffällig: Google bewertet Coracle mit 4,9 Sternen, Trustpilot dagegen nur mit 3,6 — das liegt vor allem an gemischten Erfahrungen mit dem Support bei Sonderfällen.

Die Bewertungs-Diskrepanz solltest du ehrlich einordnen. Im Standardfall (Eröffnung, Einzahlung, monatliche Auszahlung) läuft Coracle reibungslos — daher die hohen Google-Werte direkt nach der Eröffnung. Probleme tauchen bei Sonderfällen auf: nicht-anerkannte Adressen, doppelte Konten, später nachgereichte Dokumente. Wer einen Standard-Antrag aus einem etablierten Land stellt (Indien, China, Türkei, Brasilien), sollte mit Coracle keine Probleme haben. Bei Edge-Cases ist Expatrio mit dem größeren Support-Team die ruhigere Wahl.

Für wen? Dein Budget ist eng, dein Visa-Termin steht in zwei Wochen, oder du hast deine Krankenversicherung bereits anderweitig geregelt. Mini-Beispiel: Du bekommst dein Stipendium auf 50 Prozent der Kosten und musst die anderen 50 Prozent aus eigener Tasche stemmen — die 50€ Differenz zwischen Coracle und Expatrio sind dann ein Wochenend-Lebensmittelbudget in Berlin.

Vergleichstabelle 2026

MerkmalExpatrioFintibaCoracle
Setup-Gebühr89€159€99€
Monatsgebühr5€9,90€0€
Jahr 1 gesamt149€277,80€99€
Jahr 2 Folgekosten5€/Monat weiter9,90€/Monat weiter60€ einmalig
Eröffnungszeitunter 1 Werktagunter 10 Min Setupunter 2 Stunden
BankpartnerUniCreditSutor Bank (DE)Lemonway / Partner
Einlagensicherung100.000€100.000€100.000€
Rückerstattung Setup bei Visa-Ablehnungkomplettnur Einlagenur Einlage
Rückerstattungsdauercirca 2 Wochen3 bis 4 Wochen SWIFTcirca 3 Wochen
Sprachen13 plus9EN, DE plus weitere

Der reine Preisunterschied über das erste Jahr: Coracle ist 178,80€ günstiger als Fintiba und 50€ günstiger als Expatrio. Das ist mehr als ein Monat Lebensmittelbudget in Leipzig.

Empfehlung nach Profil

Statt einer Pauschal-Empfehlung hier die ehrliche Antwort nach Lebenslage:

  • Du willst alles aus einer Hand: Expatrio Value Package. Sperrkonto plus TK-Flex plus Girokonto plus ISIC in einem Vorgang.
  • Du brauchst die deutsche Banklizenz oder bist unter 18: Fintiba mit Sutor Bank.
  • Dein Budget ist eng: Coracle. Du sparst im ersten Jahr 178€ gegenüber Fintiba.
  • Dein Visa-Termin ist in unter zwei Wochen: Coracle wegen der Zwei-Stunden-Eröffnung.
  • Du hast Sorge vor Visa-Ablehnung: Expatrio, weil als einziger auch die Servicegebühren zurückerstattet.
  • Du beantragst die Chancenkarte (13.092€): Fintiba oder Expatrio — beide haben den höheren Betrag im Standardprodukt verfügbar.

Was ist mit Hausbanken wie Deutsche Bank oder Sparkasse?

Kurze Antwort: Vergiss sie. Die Deutsche Bank hat zum 1. Juli 2016Source aufgehört, neuen internationalen Studierenden Sperrkonten anzubieten. Sie steht seitdem nicht mehr auf der Anbieterliste des Auswärtigen Amts. Grund: Die Eröffnung war zu langsam und zu teuer im Vergleich zu Fintechs.

Die Sparkasse eröffnet zwar Sperrkonten, aber erst nach deiner Anmeldung in Deutschland. Für den Visa-Antrag aus dem Heimatland geht das nicht. Andere Universalbanken wie die Commerzbank oder DKB sind ebenfalls keine Option für Erstantragsteller. In der Realität ist der Markt 2026 ein Drei-Spieler-Markt: Expatrio, Fintiba, Coracle. Alles andere kostet dich Zeit, die du nicht hast.

Manche Studierende fragen, ob ihre Heimat-Bank ein deutsches Sperrkonto eröffnen kann. Antwort: Nein. ICICI, SBI, Bank of China, Garanti BBVA — keine ausländische Bank kann Sperrkonto-Funktionalität nach deutschen Regeln anbieten, weil das Konto in Deutschland sitzen muss. Was deine Heimat-Bank kann: dir die Überweisung der 11.904€ ins Sperrkonto erleichtern. Frage dort nach SEPA-Überweisung in Euro statt SWIFT in Lokalwährung — das spart dir oft Wechselkursverluste.

In zwei Minuten entscheiden

Wenn du gleich klicken willst, geh diese vier Fragen durch:

Frage 1 — Wie schnell brauchst du das Konto? Steht dein Visa-Termin in unter 14 Tagen, gewinnt Coracle mit der Zwei-Stunden-Eröffnung. Hast du drei oder mehr Wochen, ist die Geschwindigkeit kein Faktor.

Frage 2 — Willst du die Krankenversicherung im selben Vorgang? Wenn ja, ist Expatrio mit Value Package am bequemsten, weil Sperrkonto und TK-Flex mit einem Klick laufen. Fintiba Plus geht auch, ist aber teurer. Coracle bietet das Paket für zusätzliche 59€ an.

Frage 3 — Wie wichtig ist dir der Preis? Bei knappem Budget ist Coracle mit 99€ klar vorne. 50€ teurer ist Expatrio mit 149€. Fintiba mit 278€ ist die teuerste Option und lohnt sich nur, wenn dir die deutsche Banklizenz wichtig ist.

Frage 4 — Vertraust du einer deutschen Bank mehr als einem Fintech? Wenn ja, dann Fintiba mit Sutor Bank. Sonst ist die UniCredit (Expatrio) genauso seriös und EU-reguliert.

Mini-Beispiel: Asha aus Bangalore hat 280€ Budget, ihr Visa-Termin ist in 11 Tagen, und ihre Schwester wohnt schon in München. Sie wählt Coracle (99€), spart 49€ gegenüber Expatrio und schließt die Krankenversicherung über die Schwester ab.

Rückerstattung: Was passiert bei Visa-Ablehnung oder Einreise?

Es gibt zwei Szenarien, in denen Geld zurückfließen soll: Die Botschaft lehnt dein Visum ab, oder du beendest dein Studium und löst das Konto auf.

Bei Visa-Ablehnung bekommst du in jedem Fall deine Einlage zurück — also die 11.904€. Unterschiede gibt es bei den Setup-Gebühren:

  • Expatrio: erstattet Einlage plus Setup plus alle Servicegebühren. Du bekommst praktisch alles zurück. Dauer: circa zwei Wochen.
  • Fintiba: erstattet nur die Einlage. Setup (159€) und Überweisungsgebühren sind weg. Auszahlung per SWIFT, drei bis vier Wochen.
  • Coracle: erstattet nur die Einlage. Setup (99€) bleibt bei Coracle. Auszahlung circa drei Wochen.

Nach Einreise und Anmeldung in Deutschland kannst du dein Sperrkonto in ein normales Girokonto umwandeln oder das Restguthaben auf ein deutsches Konto überweisen. Alle drei Anbieter machen das per Online-Antrag, du brauchst Anmeldebescheinigung und Aufenthaltstitel als Nachweis.

Wechselkurs und Überweisung: der versteckte Faktor

Die Anbieter-Gebühren sind transparent. Worüber niemand gerne spricht: die Überweisung der 11.904€ aus deiner Heimatwährung. Hier verlierst du je nach Bank zwischen 0,5 und 4 Prozent — also 60€ bis 480€ on top der Setup-Gebühr. Mehr als die Differenz zwischen den Anbietern.

Drei Wege im Vergleich:

  • Heimat-Bank-SWIFT: Du gehst in deine SBI- oder ICBC-Filiale und veranlasst eine SWIFT-Überweisung. Kosten: 1 bis 4 Prozent Wechselkursaufschlag plus 15€ bis 40€ feste Gebühr. Dauer: 3 bis 7 Werktage. Bei 11.904€ verlierst du oft 200€ bis 480€.
  • Wise oder Revolut: Du überweist in Lokalwährung an Wise, Wise rechnet zum Mid-Market-Kurs um und überweist Euro nach Deutschland. Aufschlag: 0,4 bis 0,8 Prozent. Bei 11.904€ kostet dich das 50€ bis 100€. Dauer: 1 bis 3 Werktage. Tipp: Wise hat länderspezifische Limits (Indien aktuell 7.500€ pro Tag), du musst die Überweisung eventuell in zwei Tranchen aufteilen.
  • Anbieter-Transferdienst: Expatrio nutzt Flywire, Fintiba bietet Fintiba Transfer. Aufschlag: rund 1 Prozent. Bei 11.904€ also 119€. Vorteil: Die Überweisung landet automatisch im richtigen Konto, du sparst dir den Abgleich.

Mini-Beispiel: Priya aus Mumbai überweist 11.904€ via SBI für 3,2 Prozent Aufschlag — Verlust 380€. Mit Wise wären es 70€ gewesen, also 310€ Ersparnis. Genug, um drei Monate Krankenversicherung zu zahlen.

Was du nach der Einreise mit dem Konto machst

Sobald du in Deutschland angekommen bist, läuft das Sperrkonto im Hintergrund weiter. Was du dann tust:

  1. Anmeldung beim Bürgeramt — innerhalb von 14 Tagen nach Einzug. Du brauchst Mietvertrag und Wohnungsgeberbestätigung. Die Anmeldebescheinigung ist Voraussetzung für fast alles Weitere.
  2. Adresse beim Sperrkonto-Anbieter aktualisieren — online im Dashboard. Damit gehen Briefe und Karten an deine deutsche Adresse statt an die Heimat.
  3. Aufenthaltstitel beantragen — bei der Ausländerbehörde, sobald dein Visum ausläuft (meist 90 Tage nach Einreise). Sperrkontoauszug und Krankenversicherungsbestätigung sind Pflicht.
  4. Erste Auszahlung erhalten — alle Anbieter zahlen automatisch die erste Monatsrate (992€), sobald deine deutsche IBAN hinterlegt ist. Bei Expatrio ist das Girokonto im Bundle, bei Fintiba ebenfalls; bei Coracle musst du eine separate IBAN angeben (DKB, N26, Sparkasse, etc.).
  5. Konto später schließen oder umwandeln — wenn du dein Studium beendest oder in einen anderen Aufenthaltstitel wechselst. Restguthaben fließt aufs Girokonto, Sperrkontogebühr endet.

Mini-Beispiel: Du landest am 1. Oktober in Hamburg. Anmeldung beim Bürgeramt am 8. Oktober (Termin online buchen, sonst dauert es Wochen). Adresse im Sperrkonto-Dashboard am 9. Oktober aktualisieren. Erste Auszahlung von 992€ erfolgt am 15. Oktober. Aufenthaltstitel-Termin im November.

Häufige Fehler beim Sperrkonto

  • Falscher Betrag. Wer aus Versehen den alten Betrag von 11.208€ einzahlt, bekommt das Visum abgelehnt. 2026 gelten 11.904€ — keine Cent weniger. Bei der Chancenkarte 13.092€.
  • Zu späte Eröffnung. Internationale Überweisungen aus Indien, Pakistan oder Nigeria brauchen oft 5 bis 10 Werktage. Wer das Konto erst eine Woche vor dem Visa-Termin startet, riskiert, dass die Sperrbescheinigung nicht rechtzeitig da ist. Plane vier Wochen Puffer ein.
  • FX-Verluste durch Hausbank. Eine Überweisung über deine indische Hausbank kann 2 bis 4 Prozent in Wechselkurs und Gebühren kosten. Bei 11.904€ sind das 240€ bis 480€. Dienste wie Wise, Flywire (Expatrio) oder Fintiba Transfer liegen meist unter 1 Prozent.
  • Falsches Antragsland. Du musst das Sperrkonto im Land deines Visa-Antrags eröffnen. Wenn du gerade in Dubai arbeitest, aber dein Visum in Mumbai beantragst, läuft alles über deine indische Adresse. Anbieter prüfen das beim Onboarding.
  • Doppelt geöffnet. Manche Antragsteller eröffnen aus Panik bei zwei Anbietern. Du verbrennst dabei die zweite Setup-Gebühr ohne Nutzen — die Botschaft akzeptiert nur eine Sperrbescheinigung.

Fragen aus der Praxis

Welches Sperrkonto ist das schnellste?

Coracle gibt zwei Stunden für die Eröffnung an, Expatrio einen Werktag, Fintiba zehn Minuten Setup mit längerer Bestätigung. In der Praxis ist Coracle am schnellsten, sobald deine Einzahlung angekommen ist. Wenn dein Visa-Termin in weniger als 14 Tagen liegt, ist Coracle die sicherste Wahl. Plane trotzdem 5 Tage Puffer für die internationale Überweisung ein.

Was kostet die Eröffnung wirklich im ersten Jahr?

Coracle 99€, Expatrio 149€, Fintiba 277,80€. Dazu kommen je nach Heimatland Wechselkurs- und Überweisungsgebühren von 0,5 bis 4 Prozent auf 11.904€ — also 60€ bis 480€ obendrauf. Wer Wise oder den Transferdienst des Anbieters nutzt, bleibt unter 100€ Zusatzkosten.

Was passiert mit meinem Geld bei Visa-Ablehnung?

Die Einlage von 11.904€ bekommst du immer zurück, das ist gesetzlich gesichert. Bei der Setup-Gebühr unterscheiden sich die Anbieter: Expatrio erstattet alles inklusive Servicegebühren, Fintiba und Coracle behalten die Setup-Gebühr ein. Auszahlungsdauer: zwei bis vier Wochen, je nach Bankweg und Land.

Sind die Konten sicher?

Ja. Alle drei Anbieter arbeiten mit lizenzierten Banken (UniCredit, Sutor Bank, Lemonway), und in jedem Fall gilt die EU-Einlagensicherung von 100.000€ pro Kunde. Dein Sperrkonto-Guthaben liegt damit komplett im geschützten Bereich. Trotzdem solltest du beim Anbieter nicht auf Phishing-Mails reinfallen — das ist 2025 die häufigste Verlustursache, nicht der Anbieter selbst.

Welcher Anbieter funktioniert für die Chancenkarte?

Sowohl Expatrio als auch Fintiba bieten den höheren Betrag von 13.092€ als Standardprodukt an. Coracle ebenfalls, allerdings musst du dort die Beträge selbst eingeben. Fintiba hat zusätzlich ein dediziertes Paket für die Chancenkarte beworben. Mehr zur Chancenkarte selbst findest du im Chancenkarte-Leitfaden mit Punkterechner.

Brauche ich vor der Konto-Eröffnung eine deutsche Adresse?

Nein. Alle drei Anbieter eröffnen das Sperrkonto auf Basis deiner Heimatadresse. Erst nach deiner Anmeldung in Deutschland (innerhalb von zwei Wochen nach Einzug) änderst du die Adresse online. Pass und Zulassungsschreiben reichen für den Start.

Kann ich von Sperrkonto auf Girokonto wechseln?

Alle drei Anbieter bieten nach Einreise und Anmeldung den Wechsel auf ein normales Girokonto an. Bei Expatrio und Fintiba ist das Girokonto bereits Teil des Bundles. Bei Coracle ist es separat über die Partnerbank verfügbar. So musst du nicht zwingend zur Sparkasse oder DKB wechseln.

Was, wenn ich länger als ein Jahr studiere?

Du stockst dein Sperrkonto vor Ablauf auf. Bei Expatrio und Fintiba läuft die Monatsgebühr automatisch weiter (5€ bzw. 9,90€). Bei Coracle zahlst du einmalig 60€ Renewal. Über drei Studienjahre gerechnet kostet Coracle 219€, Expatrio 269€, Fintiba 515,40€. Das ist der Punkt, an dem Coracle gegenüber Fintiba fast 300€ spart.

Kann ich das Konto vom Heimatland aus schließen, wenn ich nicht nach Deutschland gehe?

Ja, mit Visa-Ablehnungsbescheid oder Stornierungsantrag. Die Schließung ist bei allen drei Anbietern online möglich. Die Auszahlung läuft auf das Konto, von dem du eingezahlt hast — das verhindert Geldwäsche-Verdacht und ist gesetzlich vorgeschrieben.

Was du als Nächstes tun solltest

Die ehrlichste Strategie: Lies den großen Sperrkonto-Leitfaden, falls du noch unsicher bist, ob du überhaupt ein Sperrkonto brauchst. Dann nutze diesen Vergleich, um den richtigen Anbieter zu wählen. Wenn du parallel die Chancenkarte prüfst, hilft der Chancenkarte-Punkterechner in zwei Minuten.

Für den Gesamtüberblick zu Kosten und Visa lohnt sich:

Egal, welchen Anbieter du wählst: Eröffne das Konto mindestens vier Wochen vor deinem Visa-Termin. Das ist der einzige Fehler, den dich keine 50€ Preisdifferenz wert sein sollten.

Tags: Sperrkonto Deutschland Studentenvisum Bankkonto Finanzen