Arbeiten neben dem Studium in Japan 2026
Nebenjob in Japan 2026: 28-Stunden-Limit, Arbeitserlaubnis, Konbini- und Lehrjobs, Mindestlohn Tokyo ¥1.113/Stunde, Steuern und My Number Card.
Auf dieser Seite
- Arbeitserlaubnis beantragen
- Die 28-Stunden-Regel im Detail
- Mindestlohn nach Präfektur
- Beliebte Studentenjobs
- Jobs finden: Plattformen und Wege
- Deine My Number Card
- Steuern für arbeitende Studierende
- Bankkonto für dein Einkommen
- Arbeitskultur und Erwartungen
- Arbeit und Studium vereinbaren
- Sozialversicherung und Krankenversorgung
- Arbeiten mit Stipendium
- Saisonale und kurzfristige Möglichkeiten
- Was passiert bei Verstößen
- Geld nach Hause überweisen
- Häufig gestellte Fragen
Internationale Studierende in Japan dürfen während des Semesters bis zu 28 Stunden pro Woche arbeiten und während der offiziellen Semesterferien bis zu 40 Stunden pro Woche. Du brauchst eine spezielle Arbeitserlaubnis: die „Permission to Engage in Activity Other Than That Permitted Under the Status of Residence“ (資格外活動許可, shikakugai katsudou kyoka). Ohne diese Genehmigung ist Arbeiten illegal und kann zur Abschiebung führen. Die Genehmigung ist kostenlos und dauert etwa zwei Wochen bei der Einwanderungsbehörde.
Etwa 75 % der internationalen Studierenden in Japan arbeiten neben dem Studium. Das durchschnittliche Monatseinkommen aus Teilzeitarbeit liegt bei ¥80.000–¥120.000. Zusammen mit Stipendien oder familiärer Unterstützung deckt das die meisten Lebenshaltungskosten. Dieser Guide erklärt, wie du deine Arbeitserlaubnis bekommst, welche Jobs es gibt, wie viel du nach Präfektur verdienen kannst und wie Steuern funktionieren. Einen breiteren Überblick findest du in unserem Guide zum Studium in Japan.
Arbeitserlaubnis beantragen
Dein Studentenvisum allein erlaubt dir nicht zu arbeiten. Du musst die Aktivitätsgenehmigung separat beantragen. So geht es:
Schritt 1: Am Flughafen beantragen (schnellste Variante)
Am einfachsten beantragst du die Genehmigung bei der Einreise am Flughafen. An Narita, Haneda, Kansai und den meisten großen Flughäfen kannst du den Antrag direkt am Einwanderungsschalter stellen. Kreuze auf der Einreisekarte das Feld an, dass du neben dem Studium arbeiten möchtest. Der Beamte stempelt die Genehmigung direkt auf deine Aufenthaltskarte. Gesamtdauer: 5 Minuten.
Schritt 2: Bei der regionalen Einwanderungsbehörde (falls am Flughafen verpasst)
Falls du am Flughafen nicht beantragt hast, geh zu deiner regionalen Einwanderungsbehörde. Bring mit:
- Aufenthaltskarte (在留カード, zairyuu kaado)
- Reisepass
- Antragsformular (vor Ort erhältlich oder online bei der Immigration Services Agency)
- Studierendenausweis oder Immatrikulationsbescheinigung
Die Bearbeitung dauert 2–4 Wochen. Die Genehmigung ist kostenlos. Nach Genehmigung aktualisiert die Behörde deine Aufenthaltskarte. In Tokyo ist die Behörde in Shinagawa berüchtigt voll. Komm vor 8:30 Uhr oder rechne mit 3–4 Stunden Wartezeit.
Was die Genehmigung erlaubt und verbietet
Die Genehmigung erlaubt Teilzeitarbeit in den meisten Branchen. Ausdrücklich verboten ist:
- Arbeit in Bars, Nachtclubs, Pachinko-Hallen und Erwachsenenunterhaltung (風俗営業, fuuzoku eigyou)
- Glücksspielbezogene Betriebe
- Mehr als 28 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit
Die Einwanderungsbehörde kontrolliert das. Sie gleicht die Branche deines Arbeitgebers mit deiner Genehmigung ab. Wer in einem verbotenen Betrieb erwischt wird, verliert sofort sein Visum. Die häufigste Verstoßart ist das Überschreiten der 28 Stunden. Die Behörde verfolgt das über deine My-Number-verknüpften Steuerunterlagen.
Die 28-Stunden-Regel im Detail
Das 28-Stunden-Limit wird als rollierendes Wochentotal berechnet, nicht pro Arbeitgeber. Wenn du 15 Stunden im Konbini und 15 Stunden als Englischlehrer arbeitest, bist du bei 30 Stunden—bereits über dem Limit. Japan nimmt das ernst. 2024 verloren über 800 Studierende ihren Aufenthaltsstatus wegen Überschreitung der Arbeitszeiten.
Während der Semesterferien
In den offiziellen Uniferien (Sommer-, Winter-, Frühjahrsferien) darfst du bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten. Deine Uni stellt eine Bescheinigung über die Feriendaten aus. Bewahre sie auf—dein Arbeitgeber kann danach fragen. Die genauen Daten variieren, aber Sommerferien laufen grob von Ende Juli bis Mitte September, Winterferien von Ende Dezember bis Anfang Januar und Frühjahrsferien von Anfang Februar bis Ende März.
Stunden dokumentieren
Führe ein persönliches Protokoll jeder Arbeitsstunde bei jedem Job. Japanische Arbeitgeber müssen deine Stunden ebenfalls erfassen, stimmen sich aber nicht immer untereinander ab. Bei mehreren Jobs liegt die Verantwortung, unter 28 Stunden zu bleiben, bei dir. Nutze eine Tabelle oder die TimeTree-App (in Japan weit verbreitet) für das Wochentotal.
Mindestlohn nach Präfektur
Japan legt den Mindestlohn auf Präfektur-Ebene fest. Die Löhne stiegen im Oktober 2025 in allen Präfekturen. Hier die wichtigsten Studienstädte:
| Präfektur | Großstadt | Mindestlohn (2025–2026) | Monatlich bei 28 Std./Woche |
|---|---|---|---|
| Tokyo | Tokyo | ¥1.113/Std. | ¥134.876 |
| Kanagawa | Yokohama | ¥1.112/Std. | ¥134.755 |
| Osaka | Osaka | ¥1.064/Std. | ¥128.940 |
| Aichi | Nagoya | ¥1.077/Std. | ¥130.515 |
| Kyoto | Kyoto | ¥1.058/Std. | ¥128.213 |
| Fukuoka | Fukuoka | ¥992/Std. | ¥120.211 |
| Hokkaido | Sapporo | ¥1.010/Std. | ¥122.392 |
Das sind gesetzliche Mindestlöhne. Viele Nebenjobs zahlen ¥50–¥200 darüber. Nachtschichten (22–5 Uhr) bringen gesetzlich 25 % Zuschlag. Eine Konbini-Nachtschicht in Tokyo zahlt etwa ¥1.390/Stunde. Englischunterricht bringt ¥1.500–¥3.000/Stunde, abhängig von Schule und Qualifikation.
Beliebte Studentenjobs
Convenience Store (Konbini)
Die Arbeit im Konbini (コンビニ)—7-Eleven, Lawson oder FamilyMart—ist der häufigste Studentenjob in Japan. Etwa 30 % der arbeitenden internationalen Studierenden haben Konbini-Jobs. Bezahlung ab Mindestlohn. Du füllst Regale auf, bedienst die Kasse, bereitest Speisen vor und nimmst Lieferungen an. Japanischniveau: Grundkenntnisse (N4–N3). Viele Konbini in Gegenden mit großer ausländischer Bevölkerung stellen Studierende mit minimalem Japanisch ein.
Ein Student, der 28 Stunden pro Woche im Tokyoter Konbini arbeitet, verdient etwa ¥135.000/Monat. Nachtschichten steigern das auf ¥160.000+. In Osaka rechne mit ¥128.000–¥150.000.
Restaurant- und Izakaya-Arbeit
Restaurants und Izakaya (居酒屋, japanische Kneipen) stellen Studierende als Kellner, Küchenhelfer und Spüler ein. Bezahlung: ¥1.050–¥1.300/Stunde. Die Arbeit ist körperlich und schnell. Japanischniveau: N3 oder besser für den Service, N4 für die Küche. Du lernst praktisches Alltagsjapanisch schnell. Kettenrestaurants wie Sukiya, Yoshinoya und Matsuya haben standardisiertes Training und akzeptieren niedrigere Japanischniveaus.
Englischunterricht
Wenn Englisch deine Muttersprache ist oder du starke Englischkenntnisse hast, bringt Privatunterricht und Eikaiwa-Arbeit (英会話, Englisch-Konversationsschule) ¥1.500–¥3.000/Stunde. Privater Nachhilfeunterricht über Plattformen wie Hello Sensei oder Preply zahlt am meisten. Eikaiwa-Ketten wie AEON und NOVA stellen Teilzeitlehrer für ¥1.500–¥2.000/Stunde ein. Für die meisten Teilzeitstellen brauchst du keine Lehrqualifikation, aber ein TEFL-Zertifikat hilft.
Ein Student, der 15 Stunden pro Woche Englisch unterrichtet, verdient bei ¥2.000/Stunde ¥120.000/Monat—fast so viel wie ein voller 28-Stunden-Konbini-Plan, bei deutlich besserem Stundenlohn.
Fabrik- und Lagerarbeit (Haken)
Zeitarbeitsfirmen (派遣会社, haken gaisha) vermitteln Studierende in Fabrik- und Lagerjobs. Bezahlung: ¥1.100–¥1.400/Stunde. Die Arbeit umfasst Sortieren, Verpacken und Fließbandaufgaben. Japanischniveau: minimal (N5 oder keins). Agenturen wie Full Cast, Baitoru und Townwork listen diese Jobs. Sie sind flexibel—du kannst Schichten täglich oder wöchentlich auswählen. Nachteil: Die Standorte liegen oft außerhalb der Innenstädte, also kalkuliere Pendelzeit und -kosten ein.
IT- und Übersetzungsarbeit
Studierende mit Programmier- oder Mehrsprachigkeitskenntnissen finden besser bezahlte Arbeit. Webentwicklung und Dateneingabe bringen ¥1.500–¥2.500/Stunde. Übersetzungsarbeit zahlt ¥2.000–¥4.000/Stunde für gefragte Sprachkombinationen (Chinesisch-Japanisch, Koreanisch-Japanisch, Englisch-Japanisch). Schau auf CrowdWorks und Lancers (Japans Freelance-Plattformen) nach Remote-Arbeit, die sich um deinen Stundenplan legt.
Jobs finden: Plattformen und Wege
- Baitoru (バイトル) — Japans größte Nebenjob-Plattform. Verfügbar auf Englisch, Chinesisch, Koreanisch und Vietnamesisch.
- Townwork — großes Jobportal, besonders stark für Einzelhandel und Gastronomie
- Hello Work (ハローワーク) — staatliche Arbeitsämter in jeder Stadt. Kostenlose Jobvermittlung. Personal spricht wenig Englisch, hilft aber bei einfachen Suchen.
- Uni-Karrierezentrum — das Career Office deiner Uni führt Jobboards speziell für Studierende. Oft bestehen Kontakte zu lokalen Arbeitgebern.
- WeXpats Jobs — Jobplattform speziell für Ausländer in Japan. Anzeigen enthalten Japanisch-Anforderungen.
- Mundpropaganda — frag Senpai (höhere Semester) in deinem Programm. Viele Jobs kursieren in Studierenden-Netzwerken, bevor sie auf Plattformen erscheinen.
Deine My Number Card
Jeder Einwohner Japans erhält eine My Number (マイナンバー)—eine 12-stellige Identifikationsnummer. Den Benachrichtigungsbrief bekommst du 2–3 Wochen nach der Anmeldung im Rathaus. Die eigentliche My Number Card beantragst du separat bei deinem Bezirksamt. Bearbeitung dauert 1–2 Monate.
Deine My Number brauchst du für:
- Jeden Jobantritt (Arbeitgeber müssen deine Nummer melden)
- Steuererklärungen
- Bankkontoeröffnung (manche Banken verlangen sie)
- Anmeldung zur Nationalen Krankenversicherung
Beantrage die Karte sofort nach der Adressanmeldung. Viele Studierende verzögern das und können dann nicht sofort arbeiten, wenn sie einen Job finden. In Tokyos Shinjuku-Bezirk beträgt die Wartezeit für einen Termin am My-Number-Schalter durchschnittlich 2–3 Wochen.
Steuern für arbeitende Studierende
Japan hat zwei Einkommensteuerarten, die Studierende betreffen:
Einkommensteuer (所得税, shotokuzei)
Dein Arbeitgeber zieht die Einkommensteuer von jedem Gehalt ab. Der Satz beginnt bei 5 % auf Einkommen über ¥480.000/Jahr (Grundfreibetrag). Bei typischen Studierendeneinkünften von ¥100.000/Monat liegt der effektive Steuersatz bei etwa 2–3 % nach dem Freibetrag. Dein Arbeitgeber regelt den Abzug automatisch.
Verdienst du unter ¥1.030.000/Jahr (etwa ¥85.800/Monat), zahlst du null Einkommensteuer. Das ist der entscheidende Schwellenwert für die meisten Studierenden. Bleib darunter und Steuern werden irrelevant.
Wohnsteuer (住民税, juuminzei)
Die Wohnsteuer wird im Jahr nach deinem Verdienst fällig. Sie beträgt 10 % deines steuerpflichtigen Einkommens des Vorjahres über ¥450.000. Verdienst du also ¥1.200.000 in 2026, schuldest du etwa ¥75.000 Wohnsteuer in 2027. Viele Studierende sind überrascht, weil die Rechnung kommt, nachdem sie längst budgetiert haben. Verlässt du Japan vor der Rechnung, bleibt sie offen—kann aber Probleme verursachen, wenn du zurückkehrst.
Steuerabkommen
Japan hat Steuerabkommen mit über 70 Ländern. Studierende aus Vertragsstaaten (darunter Deutschland, Frankreich, Südkorea, China und Australien) können von der japanischen Einkommensteuer auf Studieneinkünfte befreit sein. Prüfe das Steuerabkommen deines Landes mit Japan. Reiche das Befreiungsformular (様式7, youshiki 7) bei deinem Arbeitgeber ein, bevor du anfängst zu arbeiten.
Bankkonto für dein Einkommen
Die meisten Arbeitgeber zahlen per Überweisung. Du brauchst ein japanisches Bankkonto. Die einfachsten Optionen für Studierende:
- Japan Post Bank (ゆうちょ銀行) — die ausländerfreundlichste Bank. Keine Kontoführungsgebühren. Filialen in jeder Postfiliale. Du kannst sofort nach Erhalt deiner Aufenthaltskarte ein Konto eröffnen.
- Shinsei Bank (新生銀行) — Online-Banking auf Englisch. Kostenlose Abhebungen an vielen Konbini-Geldautomaten.
- MUFG oder SMBC — Großbanken, aber manche Filialen verlangen 6 Monate Aufenthalt vor Kontoeröffnung.
Bring deine Aufenthaltskarte, Reisepass, My-Number-Benachrichtigung, Studierendenausweis und dein Siegel (印鑑, inkan) oder eine Unterschrift mit. Japan Post Bank akzeptiert Unterschriften statt Siegel. Eröffne dein Konto in der ersten Woche nach Ankunft.
Arbeitskultur und Erwartungen
Japanische Arbeitsplätze funktionieren über Pünktlichkeit, Höflichkeit und Protokoll. Selbst beim Konbini-Nebenjob:
- 10 Minuten früher da sein — pünktlich ankommen gilt in Japan als zu spät
- Keigo benutzen (敬語, höfliches Japanisch) — gegenüber Kunden und Vorgesetzten. Selbst einfache Phrasen wie „irasshaimase“ (willkommen) und „arigatou gozaimashita“ (vielen Dank) sind wichtig.
- Uniform- und Pflegestandards — viele Arbeitgeber beschränken Haarfarbe, Piercings und Nagelkunst. Frag vor Arbeitsbeginn.
- Abwesenheiten früh melden — ruf mindestens 3 Tage vorher an, wenn du eine Schicht nicht schaffst. Kurzfristige Absagen schädigen deinen Ruf.
- Richtig kündigen — gib mindestens 2 Wochen Kündigungsfrist. Ein Monat ist Standard. Einfach nicht mehr erscheinen gilt als sehr respektlos und kann Referenzen beeinträchtigen.
Arbeit und Studium vereinbaren
28 Stunden pro Woche sind im Grunde ein Halbzeitjob. Das sind 4 Stunden am Tag. Plus Pendelzeit verlierst du 5–6 Stunden täglich. Bei einem vollen Stundenplan von 15–20 Vorlesungsstunden pro Woche wird die Zeit knapp.
Strategien, die funktionieren:
- Stundenplan vorverlagern — packe Vorlesungen auf Montag bis Donnerstag. Arbeite Freitag bis Sonntag.
- Jobs in Campusnähe wählen — 10 Minuten Pendelzeit spart dir 6+ Stunden pro Woche im Vergleich zu 40 Minuten Fahrt.
- In den Ferien intensiv arbeiten — das 40-Stunden-Limit in den Ferien bringt ¥160.000–¥200.000/Monat. Spare das für die Vorlesungszeit.
- Gut bezahlte Jobs statt vieler Stunden — 15 Stunden Englischunterricht zu ¥2.000/Std. bringen mehr als 28 Stunden Konbini zu ¥1.113/Std.
Sozialversicherung und Krankenversorgung
Arbeitende Studierende in Japan müssen sich in der Nationalen Krankenversicherung (国民健康保険, kokumin kenkou hoken) anmelden. Du registrierst dich im Bezirksamt. Monatliche Beiträge für Studierende, die unter ¥1.000.000/Jahr verdienen, liegen bei etwa ¥1.500–¥3.000. Das deckt 70 % der Arztkosten. Du zahlst 30 % Eigenanteil.
Plant dein Arbeitgeber dich regelmäßig für mehr als 20 Stunden pro Woche ein, muss er dich möglicherweise in seine Betriebskrankenversicherung (社会保険, shakai hoken) aufnehmen. Das ist bei studentischen Teilzeitkräften selten, aber gut zu wissen. Die Betriebsversicherung teilt die Beiträge 50/50 zwischen dir und dem Arbeitgeber und bietet generell bessere Leistungen.
Deine Arbeitserlaubnis beeinflusst deinen Krankenversicherungsstatus nicht. Du brauchst Krankenversicherung unabhängig davon, ob du arbeitest. Melde dich innerhalb von 14 Tagen nach einem Umzug an einer neuen Adresse an. Im Tokyoter Bezirk Shibuya bearbeitet das NHI-Büro studentische Anträge in etwa 30 Minuten.
Arbeiten mit Stipendium
MEXT-Stipendiaten dürfen mit der normalen 28-Stunden-Genehmigung Teilzeit arbeiten. Die Stipendienzahlung (¥143.000–¥148.000/Monat) gilt nicht als Arbeitseinkommen. Du kannst zusätzlich zum Stipendium Geld verdienen, ohne die Berechtigung zu verlieren. JASSO-Stipendiaten unterliegen denselben Regeln. Private Stipendien haben unterschiedliche Bedingungen—prüfe deine Stipendienvereinbarung.
Arbeitserfahrung in Japan stärkt sogar Stipendien-Verlängerungsanträge. Viele Stipendienkommissionen bewerten es positiv, wenn Studierende Eigenständigkeit und kulturelle Integration durch Nebenjobs zeigen. Ein Student mit ¥48.000/Monat JASSO-Stipendium, der 20 Stunden wöchentlich im Konbini in Osaka arbeitet, verdient etwa ¥91.000 zusätzlich. Das ergibt ¥139.000 gesamt—genug für die Lebenshaltungskosten in Osaka ohne familiäre Unterstützung.
Saisonale und kurzfristige Möglichkeiten
Neben regulären Nebenjobs bietet Japan saisonale Arbeit, die für kurze Einsätze gut zahlt:
- Event-Personal — Konzerte, Sportveranstaltungen und Messen zahlen ¥1.200–¥1.500/Stunde für Einzeltags-Schichten. Registriere dich bei Event-Agenturen wie Shotworks.
- Umzugshelfer — in der Umzugssaison (März–April) zahlen Firmen wie Sakai Moving oder Art Moving ¥1.300–¥1.800/Stunde.
- Resort-Arbeit (リゾートバイト) — Skiresorts (Dezember–März) und Strandresorts (Juli–August) stellen für Unterkunft + ¥1.000–¥1.200/Stunde ein. Zimmer und Verpflegung an vielen Standorten inklusive.
- Jahresende-Post (年末年始) — Japan Post stellt im Dezember Tausende Aushilfen für die Neujahrskarten-Sortierung ein. Bezahlung: ¥1.100–¥1.300/Stunde. Minimale Japanischkenntnisse nötig.
Was passiert bei Verstößen
Arbeiten ohne Genehmigung, Überschreitung der 28 Stunden oder Arbeit in verbotenen Betrieben hat schwere Folgen:
- Erstverstoß (geringfügige Stundenüberschreitung) — Verwarnung der Einwanderungsbehörde. Vermerk in deiner Akte.
- Wiederholte Verstöße — Visum wird bei der nächsten Verlängerung nicht erneuert. Du musst Japan verlassen.
- Schwere Verstöße (keine Genehmigung, verbotene Arbeit) — Haft und Abschiebung. 5-jähriges Einreiseverbot.
- Arbeitgeber-Strafen — Arbeitgeber, die wissentlich Studierende ohne Genehmigung beschäftigen, riskieren Geldstrafen bis ¥3.000.000.
Seit 2023 kontrolliert die Einwanderungsbehörde strenger. Sie gleicht Steuerunterlagen, My-Number-Daten und Arbeitgebermeldungen ab. Geh nicht davon aus, dass du nicht erwischt wirst.
Geld nach Hause überweisen
Falls du Einkünfte in dein Heimatland transferieren musst, gibt es mehrere Optionen:
- Wise (TransferWise) — niedrigste Gebühren für die meisten Korridore. Ein Transfer von ¥100.000 auf ein Euro-Konto kostet etwa ¥700–¥1.200 Gebühren. Bearbeitung: 1–2 Werktage. App auf Englisch verfügbar.
- PayPay Bank — beliebter Inlandsdienst mit internationalen Transfers über Partnerbanken. Höhere Gebühren als Wise, aber praktisch, wenn du PayPay bereits für Alltagseinkäufe nutzt.
- Japan Post Bank (ゆうちょ銀行) — internationale Überweisungen am Postschalter möglich. Festgebühr von ¥2.500 pro Transfer. Langsamere Bearbeitung (3–5 Werktage).
- SBI Remit — wettbewerbsfähig für Transfers nach Südostasien (Philippinen, Vietnam, Indonesien). Niedrigere Mindestbeträge und Gebühren als Banken.
Vermeide Großbanken (MUFG, SMBC) für kleine internationale Überweisungen. Deren Gebühren starten bei ¥4.000–¥7.500 pro Transaktion. Wise oder SBI Remit sparen dir ¥3.000+ pro Überweisung.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich ab dem ersten Tag in Japan arbeiten?
Nur wenn du die Aktivitätsgenehmigung bei der Einreise am Flughafen erhalten hast. Beantragst du sie später bei der Einwanderungsbehörde, musst du 2–4 Wochen auf die Genehmigung warten. Arbeiten vor Erhalt der Genehmigung ist illegal, selbst wenn dein Antrag läuft.
Zählt die Pendelzeit zu den 28 Stunden?
Nein. Das 28-Stunden-Limit zählt nur tatsächliche Arbeitszeit. Pendeln, Pausen und Vorbereitungszeit sind nicht eingeschlossen. Sei aber realistisch bei der Zeitplanung und rechne die Gesamtbelastung ein.
Darf ich bei zwei verschiedenen Arbeitgebern gleichzeitig arbeiten?
Ja. Es gibt kein Limit für die Anzahl der Arbeitgeber. Die 28-Stunden-Obergrenze gilt für dein Gesamttotal über alle Jobs. Führe sorgfältige Aufzeichnungen. Wenn zwei Arbeitgeber dich jeweils für 20 Stunden einplanen, bist du bei 40 Stunden und im Verstoß.
Was zählt als „offizielle Semesterferien“?
Deine Uni legt die offiziellen Ferienzeiten fest. Hol dir eine Bescheinigung vom Studierendensekretariat mit den genauen Daten. Die 40-Stunden-Regelung gilt nur während dieser bestätigten Ferien. Vorlesungen schwänzen, um mehr zu arbeiten, zählt nicht als Ferien.
Darf ich freiberuflich arbeiten oder ein Unternehmen gründen?
Freiberufliche Arbeit fällt unter die Aktivitätsgenehmigung und zählt zu deinen 28 Stunden. Ein vollständiges Unternehmen zu gründen erfordert ein separates Business-Manager-Visum. Auf einem Studentenvisum kannst du kein Unternehmen führen. Kleinere Freelance-Tätigkeiten (Nachhilfe, Übersetzung, Design) sind innerhalb des Stundenlimits in Ordnung.
Woher weiß die Einwanderungsbehörde, ob ich über 28 Stunden arbeite?
Über My-Number-verknüpfte Steuerunterlagen. Jeder Arbeitgeber meldet deine Einkünfte mit deiner My Number ans Finanzamt. Die Einwanderungsbehörde kann auf diese Daten zugreifen. Wenn dein Jahreseinkommen das übersteigt, was bei 28 Stunden pro Woche möglich ist, wird deine Akte bei der Visaverlängerung markiert.
Muss ich eine Steuererklärung abgeben?
Wenn du nur bei einem Arbeitgeber arbeitest und dieser den Abzug regelt, musst du keine Erklärung abgeben. Bei mehreren Jobs solltest du eine Steuererklärung (確定申告, kakutei shinkoku) bei deinem lokalen Finanzamt abgeben, jedes Jahr zwischen dem 16. Februar und 15. März. Das stellt die korrekte Berechnung über alle Einkommensquellen sicher. Zu viel gezahlte Steuern werden erstattet.
Was ist der bestbezahlte Studentenjob in Japan?
Englischunterricht und IT-Freelancing zahlen die höchsten Sätze mit ¥1.500–¥4.000/Stunde. Übersetzungsarbeit (besonders Chinesisch-Japanisch oder Koreanisch-Japanisch) bringt ¥2.000–¥4.000/Stunde. Vergleiche das mit Konbini-Arbeit zu ¥1.113/Stunde. Besser bezahlte Jobs erfordern spezifische Fähigkeiten, verbessern aber dein Verhältnis von Verdienst zu Arbeitsstunden dramatisch.
Darf ich während der Sprachschule arbeiten?
Ja. Sprachschüler mit Studentenvisum bekommen dieselbe 28-Stunden-Arbeitsgenehmigung wie Universitätsstudierende. Beantrage sie am Flughafen oder bei der Einwanderungsbehörde mit demselben Verfahren. Die Regeln sind identisch.
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