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Arbeitsvisum & Karriere in Japan nach dem Studium 2026
Karriere 26. März 2026

Arbeitsvisum & Karriere in Japan nach dem Studium 2026

Karriere in Japan 2026: Designated Activities-Visum zur Jobsuche, Engineer-Visum, Highly Skilled Professional-Punkte, ¥3–5 Mio. Einstiegsgehalt, Shukatsu-Tipps.

Study Abroad Redaktionsteam
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26. März 2026
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16 Min. Lesezeit
| Karriere

Japan will, dass internationale Absolventen bleiben und arbeiten. Die Regierung strebt an, bis 2033 50 % der ausländischen Absolventen zu halten. Als internationaler Absolvent hast du einen klaren Weg: Ein Designated Activities-Visum gibt dir 6–12 Monate zur Jobsuche nach dem Abschluss, dann wechselst du auf ein Arbeitsvisum. Das gängigste ist das Engineer/Specialist in Humanities/International Services-Visum. Gutverdiener qualifizieren sich für das Highly Skilled Professional-Visum mit Schnellspur zur Daueraufenthaltserlaubnis. Einstiegsgehälter für internationale Absolventen liegen bei ¥3.000.000 bis ¥5.000.000 pro Jahr, abhängig von Firmengröße und Branche.

Dieser Guide deckt jeden Schritt vom Abschluss bis zum Karrierestart ab: Jobsuche (Shukatsu), Visum-Wechsel, Gehaltserwartungen und der Weg zum dauerhaften Aufenthalt. Falls du noch studierst, lies unseren Überblick zum Studium in Japan und unseren Guide zum Arbeiten neben dem Studium.

Das Designated Activities-Visum (Jobsuche)

Wenn dein Studentenvisum nach dem Abschluss abläuft, musst du Japan nicht sofort verlassen. Beantrage ein Designated Activities-Visum (特定活動, tokutei katsudou) für die Jobsuche. Die Details:

Merkmal Details
Dauer 6 Monate, einmal verlängerbar auf insgesamt 12 Monate
Arbeit erlaubt Teilzeit (28 Std./Woche) zu denselben Bedingungen wie beim Studentenvisum
Berechtigung Absolventen japanischer Universitäten, Graduate Schools oder Fachschulen
Antrag Bei der regionalen Einwanderungsbehörde vor Ablauf des Studentenvisums
Benötigte Dokumente Abschlusszeugnis, Jobsuch-Aktivitätsplan, Empfehlungsschreiben der Uni

So beantragst du es

Stelle den Antrag bei der regionalen Einwanderungsbehörde vor Ablauf deines Studentenvisums. Bring dein Abschlusszeugnis, einen schriftlichen Plan über deine Jobsuch-Aktivitäten, ein Empfehlungsschreiben vom Career Office deiner Uni und deinen Reisepass mit Aufenthaltskarte mit. Die Bearbeitung dauert 2–4 Wochen. Warte nicht bis zur letzten Minute—läuft dein Studentenvisum ab, während der Antrag läuft, darfst du in Japan bleiben, aber nicht arbeiten.

Verlängerung

Nach den ersten 6 Monaten kannst du um weitere 6 Monate verlängern. Du musst aktive Jobsuche nachweisen: Bewerbungsunterlagen, besuchte Vorstellungsgespräche, Karrieremessen-Teilnahme. Die Einwanderungsbehörde lehnt Verlängerungen ab, wenn du keine ernsthafte Suche belegen kannst.

Japanische Jobsuche: Shukatsu

Japan hat ein einzigartiges Massenrekrutierungssystem namens Shukatsu (就活, Jobsuche). Es zu verstehen ist entscheidend. So funktioniert es:

Der Shukatsu-Kalender

Wann Was passiert
Juni (2 Jahre vor Abschluss) Praktikumsbewerbungen öffnen (Sommer des vorletzten Jahres)
März (1 Jahr vor Abschluss) Firmen öffnen offiziell Bewerbungen. Karrieremessen starten.
März–Mai Entry Sheets einreichen, Online-Tests (SPI, GAB), Gruppendiskussionen
Juni Formelle Interviews beginnen (mehrere Runden)
Oktober Firmen sprechen formelle Jobangebote aus (内定, naitei)
April (nach Abschluss) Alle Neueinsteiger beginnen am selben Tag

Japanische Firmen stellen in Blöcken ein. Alle im selben Abschlussjahrgang bewerben sich im selben Fenster, haben Interviews in denselben Monaten und starten am 1. April. Dieses System gilt hauptsächlich für große japanische Konzerne (Sony, Toyota, Mitsubishi, NTT etc.). Ausländische Firmen, Start-ups und IT-Unternehmen rekrutieren oft ganzjährig außerhalb dieses Systems.

Das Entry Sheet (ES)

Das Entry Sheet (エントリーシート) ist Japans Bewerbungsformular. Jede große Firma hat ihr eigenes Format. Du beantwortest Fragen zu Motivation, Stärken, gemeisterten Herausforderungen (ガクチカ, gakuchika) und warum du diese Firma gewählt hast. Schreibe auf Japanisch für japanische Firmen. Englischfreundliche Firmen akzeptieren englische Einreichungen. Jedes Entry Sheet braucht 2–4 Stunden guter Arbeit. Studierende reichen typischerweise 20–50 Entry Sheets ein.

Der SPI-Test

Die meisten großen Firmen verlangen den SPI-Test (Synthetic Personality Inventory). Er hat zwei Teile: sprachliche/mathematische Eignung (ähnlich einem Logiktest) und eine Persönlichkeitsanalyse. Der Test ist auf Japanisch. Vorbereitungsmaterial gibt es in jeder Buchhandlung. Rechne mit 2–3 Wochen Vorbereitung. Gängige Alternativen: GAB, CAB und TG-WEB.

Interviews

Japanische Firmeninterviews folgen einem strukturierten Format. Rechne mit 3–5 Runden:

  • Runde 1 — Gruppeninterview mit 4–6 Kandidaten. Grundlegende Motivationsfragen.
  • Runde 2 — kleinere Gruppe oder Einzelgespräch. Tiefere Fragen zu deiner Uni-Erfahrung.
  • Runde 3 — Einzelgespräch mit Abteilungsleiter. Fachliche oder rollenspezifische Fragen.
  • Runde 4+ — Gespräch mit Geschäftsführung. Finale Prüfung der kulturellen Passung.

Trage einen schwarzen Recruit-Anzug (リクルートスーツ). Das ist nicht optional. Jeder Jobsuchende in Japan trägt denselben dunklen Anzug, weißes Hemd und konservative Krawatte oder Bluse. Kosten: ¥15.000–¥30.000 bei Aoyama, AOKI oder Uniqlo.

Karrieremessen für internationale Studierende

Mehrere Organisationen veranstalten Karrieremessen speziell für internationale Studierende:

  • JASSO Career Fair — zweimal jährlich in Tokyo und Osaka. Kostenlos. 50–80 Firmen nehmen teil.
  • Top Career/Mynavi Global — Japans größte zweisprachige Karrieremesse. In Tokyo, Osaka und online. Über 100 Firmen.
  • Boston Career Forum (BCF) — jährlich in Boston, richtet sich an japanischsprachige zweisprachige Studierende weltweit. Über 200 Firmen. Viele Studierende erhalten Angebote am selben Tag.
  • CFN (CareerForum.Net) — die Online-Plattform für zweisprachige Rekrutierung. Firmen veröffentlichen ganzjährig Stellen.
  • Uni-Karrieremessen — deine Uni veranstaltet eigene Messen. Diese ziehen lokale und regionale Arbeitgeber an, die gezielt Absolventen deiner Hochschule suchen.

Das Boston Career Forum ist das effektivste Einstellungsevent für zweisprachige internationale Studierende. Firmen wie Goldman Sachs, McKinsey, Amazon Japan, Rakuten und Sony rekrutieren intensiv. Bereite einen zweisprachigen Lebenslauf vor und sei bereit für Sofort-Interviews.

Typen von Arbeitsvisa

Nach einem Jobangebot musst du vom Designated Activities-Visum (oder direkt vom Studentenvisum) auf ein Arbeitsvisum wechseln. Die drei relevantesten Kategorien:

Engineer/Specialist in Humanities/International Services (技術・人文知識・国際業務)

Das Standard-Arbeitsvisum für Uni-Absolventen. Es umfasst:

  • Engineer — IT, Softwareentwicklung, Maschinenbau/Elektrotechnik, Architektur
  • Specialist in Humanities — BWL, Rechnungswesen, Marketing, Jura, VWL
  • International Services — Übersetzung, Dolmetschen, Sprachunterricht, Außenhandel, Design

Voraussetzungen: Hochschulabschluss (mindestens Bachelor) mit Bezug zum Job ODER 10+ Jahre Berufserfahrung im Feld. Dein Arbeitgeber sponsert den Antrag. Laufzeit: 1, 3 oder 5 Jahre (erste Ausstellung meist 1 Jahr). Keine Stundenbegrenzung—du arbeitest Vollzeit für deinen Arbeitgeber.

Highly Skilled Professional (高度専門職)

Japans punktebasiertes Schnellspur-Visum für gut verdienende, hochqualifizierte Arbeitnehmer. Du sammelst Punkte in verschiedenen Kategorien:

Kategorie Beispielpunkte
Alter (unter 30) 15 Punkte
Masterabschluss 20 Punkte
Doktortitel 30 Punkte
Jahresgehalt ¥4 Mio.+ 10 Punkte
Jahresgehalt ¥5 Mio.+ 15 Punkte
Jahresgehalt ¥8 Mio.+ 25 Punkte
Abschluss an japanischer Uni 10 Punkte
JLPT N1 15 Punkte
JLPT N2 10 Punkte

Ab 70 Punkten qualifizierst du dich. Die Vorteile sind erheblich: 5-Jahres-Visum von Anfang an, dein Ehepartner darf Vollzeit arbeiten, du kannst Eltern nach Japan bringen und erhältst nach 3 Jahren die Daueraufenthaltserlaubnis (statt der üblichen 10). Ab 80 Punkten verkürzt sich die Wartezeit auf 1 Jahr.

Ein typischer internationaler Absolvent mit Master von einer japanischen Uni, JLPT N2, Alter 26, Gehalt ¥4.500.000 kommt auf etwa 75 Punkte. Das überschreitet die Schwelle komfortabel.

Specified Skilled Worker (特定技能)

Diese neuere Visumskategorie (seit 2019) zielt auf 16 Branchen mit Arbeitskräftemangel: Pflege, Landwirtschaft, Gastronomie, Bau, Fertigung und weitere. Kein Hochschulabschluss nötig, aber branchenspezifische Eignungstests und JLPT N4. Weniger relevant für Uni-Absolventen, aber nützlich für Fachschul-Alumni.

Gehaltserwartungen

Einstiegsgehälter in Japan folgen relativ berechenbaren Mustern nach Bildungsniveau und Firmentyp:

Abschluss Firmentyp Jahreseinstiegsgehalt
Bachelor Großer japanischer Konzern ¥3.000.000–¥3.500.000
Bachelor Ausländische Firma in Japan ¥3.500.000–¥5.000.000
Master Großer japanischer Konzern ¥3.500.000–¥4.500.000
Master Ausländische Firma / IT ¥4.500.000–¥7.000.000
PhD Forschung / Tech ¥4.500.000–¥8.000.000

Japanische Firmen zahlen zum Einstieg moderat, steigern aber stetig mit der Betriebszugehörigkeit. Ein Berufseinsteiger bei Toyota verdient etwa ¥3.200.000. Nach 5 Jahren steigt das auf ¥5.000.000–¥6.000.000. Nach 10 Jahren auf ¥7.000.000–¥9.000.000. Ausländische Firmen in Japan (Google, Amazon, McKinsey) zahlen höhere Einstiegsgehälter, bieten aber weniger Arbeitsplatzsicherheit.

IT und Ingenieursrollen zahlen am besten für internationale Absolventen. Ein Software-Ingenieur bei einem Tokyoter Start-up verdient ¥4.500.000–¥6.000.000 vom ersten Tag an. Bei Google Japan oder Amazon Japan erreichen Einstiegspakete ¥7.000.000–¥10.000.000 inklusive Aktienoptionen.

Jenseits des Grundgehalts

Japanische Vergütung umfasst mehrere Komponenten über das Grundgehalt hinaus:

  • Boni (ボーナス) — zweimal jährlich (Sommer und Winter). Bei großen Firmen betragen Boni insgesamt 3–6 Monatsgehälter. Ein Einsteiger mit ¥3.500.000 Grundgehalt erhält ¥4.500.000–¥5.000.000 gesamt mit Boni.
  • Fahrkostenzuschuss (通勤手当) — fast alle Firmen übernehmen deine vollen Pendelkosten, bis zu ¥50.000–¥100.000/Monat.
  • Wohnungszuschuss (住宅手当) — manche Firmen zahlen ¥20.000–¥50.000/Monat oder stellen Firmenwohnheime.
  • Überstundenvergütung (残業代) — gesetzlich vorgeschrieben für Stunden über 40/Woche. Manche Firmen rechnen eine Pauschal-Überstundenvergütung (みなし残業) ins Grundgehalt ein.

Branchen, die internationale Absolventen einstellen

Diese Sektoren rekrutieren aktiv ausländische Absolventen in Japan:

  • IT und Software — Japan hat einen gravierenden IT-Fachkräftemangel von prognostizierten 790.000 Stellen bis 2030. Firmen wie Rakuten, LINE, Mercari und CyberAgent stellen international ein. Englisch ist bei Tech-Firmen oft Arbeitssprache.
  • Handelshäuser (商社) — Mitsubishi Corporation, Mitsui, Itochu und Sumitomo schätzen mehrsprachige Absolventen für internationale Geschäfte. Hohes Prestige, hohes Gehalt (¥4.000.000+ Einstieg).
  • Fertigung — Toyota, Honda, Sony, Panasonic und Hitachi stellen Ingenieure und BWL-Absolventen ein. Fabrikstandorte außerhalb Tokyos bieten niedrigere Lebenshaltungskosten.
  • Finanzwesen — Japanische Banken (MUFG, SMBC, Mizuho) und ausländische Banken (Goldman Sachs, JP Morgan) rekrutieren zweisprachige Absolventen. Einstiegsgehälter bei ausländischen Banken: ¥6.000.000–¥8.000.000.
  • Beratung — McKinsey, BCG, Deloitte und Accenture Japan rekrutieren ganzjährig zweisprachige Absolventen. Einstieg: ¥5.500.000–¥7.000.000.
  • Englischunterricht — ALT-Positionen (über JET-Programm oder Personaldienstleister). Einstieg: ¥2.800.000–¥3.600.000. Niedrigeres Gehalt, aber leichter Einstieg.

Visum-Antragsprozess

Nach einem Jobangebot funktioniert der Visum-Wechsel so:

  1. Arbeitgeber bereitet Dokumente vor — Firmeneintragung, Steuerbescheide, Arbeitsvertrag, Stellenbeschreibung mit Erklärung, wie dein Abschluss zur Stelle passt
  2. Du bereitest Dokumente vor — Abschlusszeugnis, Reisepass, Aufenthaltskarte, Antragsformular, Foto (4×3 cm)
  3. Einreichen bei der Einwanderungsbehörde — dein Arbeitgeber oder ein Einwanderungsanwalt reicht den Antrag ein
  4. Bearbeitung — 2–8 Wochen. Standardbearbeitung für das Engineer/Specialist-Visum. Highly Skilled Professional-Anträge dauern im Schnitt 10 Werktage.
  5. Neue Aufenthaltskarte erhalten — aktualisierte Karte bei der Einwanderungsbehörde abholen

Der gesamte Prozess läuft glatter, wenn dein Job klar zu deinem Studienfeld passt. Die Einwanderungsbehörde prüft Abweichungen genau. Ein Literatur-Absolvent, der ein Software-Engineering-Visum beantragt, muss mehr Fragen beantworten als ein Informatik-Absolvent. Bereite eine detaillierte Erklärung vor, wie dein Studium zum Job passt.

Weg zur Daueraufenthaltserlaubnis

Die Daueraufenthaltserlaubnis (永住権, eijuuken) hebt alle Arbeitsbeschränkungen auf. Du kannst frei den Job wechseln, ein Unternehmen gründen oder aufhören zu arbeiten, ohne dein Visum zu verlieren. Der Standardweg dauert 10 Jahre durchgehenden Aufenthalt. Die Highly Skilled Professional-Abkürzung:

  • 70+ Punkte — Daueraufenthalt nach 3 Jahren
  • 80+ Punkte — Daueraufenthalt nach 1 Jahr

Voraussetzungen: durchgehender Aufenthalt, gutes Verhalten (keine Vorstrafen), stabiles Einkommen, Steuertreue, Renten- und Krankenversicherungsbeiträge auf dem neuesten Stand. Dein Jahreseinkommen sollte mindestens ¥3.000.000 betragen. Höheres Einkommen stärkt deinen Antrag.

Lebenshaltungskosten vs. Gehalt: Was bleibt übrig

Dein Nettogehalt nach Steuern, Rentenbeiträgen und Krankenversicherung beträgt grob 75–80 % deines Bruttogehalts. Ein Absolvent, der ¥4.000.000 brutto verdient, behält etwa ¥3.100.000–¥3.200.000 pro Jahr, also grob ¥258.000–¥267.000 monatlich.

Die monatlichen Lebenshaltungskosten variieren stark nach Stadt:

Stadt Miete (1K-Apartment) Monatliche Gesamtkosten
Zentral-Tokyo (23 Bezirke) ¥80.000–¥120.000 ¥180.000–¥250.000
Osaka ¥50.000–¥75.000 ¥130.000–¥180.000
Nagoya ¥45.000–¥65.000 ¥120.000–¥165.000
Fukuoka ¥40.000–¥60.000 ¥110.000–¥155.000

Ein Absolvent bei einem großen Tokyoter Unternehmen mit ¥3.500.000 (netto ~¥230.000/Monat) und Wohnung in West-Tokyo (Miete ¥70.000) kann ¥30.000–¥60.000 pro Monat sparen. Plus die halbjährlichen Boni (3–6 Monatsgehälter) sind ¥500.000–¥1.000.000 Ersparnisse pro Jahr realistisch, selbst bei Einstiegsgehältern. Firmenwohnheime kosten ¥10.000–¥30.000/Monat und steigern die Ersparnisse deutlich.

Netzwerken und berufliche Entwicklung

Ein berufliches Netzwerk in Japan aufzubauen folgt anderen Mustern als in westlichen Ländern. Wichtige Ansätze:

  • OB/OG-Besuche (OB・OG訪問) — kontaktiere Alumni deiner Uni, die bei Zielfirmen arbeiten. Japanische Firmen erwarten, dass Bewerber OB/OG-Besuche gemacht haben. Dein Uni-Career-Office stellt Alumni-Kontaktlisten bereit.
  • LinkedIn Japan — wächst an Bedeutung, besonders bei ausländischen und IT-Firmen. Recruiter von Amazon, Google und Beratungsfirmen suchen aktiv auf LinkedIn. Pflege Profile auf Englisch und Japanisch.
  • Berufsverbände — tritt Branchengruppen wie der GCCIJ (Deutsche Handelskammer in Japan), ACCJ (American Chamber of Commerce) oder BCCJ (British Chamber) bei. Diese veranstalten monatliche Networking-Events mit englischsprachigen Fachleuten.
  • Meetups und Tech-Events — Tokyo hat eine lebendige Tech-Meetup-Szene. Events wie Tokyo Tech Meetup, Code Chrysalis Meetups und Hack Osaka ziehen internationale Fachleute und Start-ups an. Nimm monatlich teil, um Kontakte aufzubauen.

Häufige Karrierefehler

  • Shukatsu zu spät beginnen — Japanische Studierende starten 18 Monate vor dem Abschluss. Internationale Studierende, die 6 Monate vorher anfangen, sind bereits im Rückstand. Beginne im dritten Studienjahr mit der Firmenrecherche.
  • Japanischkenntnisse vernachlässigen — 80 % der Jobs bei japanischen Firmen verlangen Business-Japanisch (JLPT N1 oder äquivalent). Rein englischsprachige Positionen existieren, schränken deine Optionen aber stark ein.
  • Nur bei berühmten Firmen bewerben — die 100 beliebtesten Firmen erhalten zusammen über 500.000 Bewerbungen. Mittelständische Firmen mit 300–1.000 Mitarbeitern bieten bessere Chancen und oft bessere Work-Life-Balance.
  • Japanische Arbeitskultur unterschätzen — lange Arbeitszeiten, Teamorientierung und hierarchische Kommunikation sind real. Recherchiere die Firmenkultur auf OpenWork und en-hyouban, bevor du Angebote annimmst.
  • Visum-Timing vergessen — starte den Visum-Wechsel sofort nach Annahme eines Angebots. Warte nicht, bis dein Studenten- oder Designated Activities-Visum fast abläuft.

Unternehmensgründung in Japan

Falls Anstellung nicht dein Ziel ist, bietet Japan ein Business-Manager-Visum für Unternehmer. Voraussetzungen: ¥5.000.000 Kapital (ca. 30.800 €), ein physisches Büro in Japan und ein tragfähiger Businessplan. Du kannst auf einem Studentenvisum oder Designated Activities-Visum kein Unternehmen gründen. Der Prozess dauert 2–4 Monate.

Das Start-up-Ökosystem in Japan wächst. Tokyo hat über 4.000 Start-ups. Regierungsprogramme wie J-Startup und das Start-up-Visum (verfügbar in Sonderzonen wie Fukuoka und Kobe) geben 6–12 Monate Zeit, dein Unternehmen ohne die sofortige ¥5.000.000-Kapitalanforderung aufzubauen. Fukuokas Global Startup Center bietet Coworking-Space, Mentoring und Visum-Unterstützung für ausländische Unternehmer.

Viele internationale Absolventen arbeiten zunächst 2–3 Jahre in einer Firma, um Ersparnisse, Branchenwissen und Netzwerke aufzubauen, und wechseln dann in die Selbstständigkeit. Das Highly Skilled Professional-Visum erlaubt diese Flexibilität—du kannst zum Business-Manager-Visum wechseln, ohne Japan zu verlassen.

Arbeitskultur: Was dich erwartet

Die japanische Arbeitskultur hat besondere Merkmale, die internationale Absolventen vor der Zusage kennen sollten:

  • Trainingsphase (研修, kenshuu) — große Firmen führen 1–6 Monate Trainingsprogramme für alle Neueinsteiger durch. Du wirst möglicherweise einer anderen Abteilung zugeteilt als im Interview besprochen. Das ist normal.
  • Überstunden (残業, zangyou) — durchschnittliche monatliche Überstunden bei großen Firmen: 20–30 Stunden. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei 45 Stunden pro Monat. Manche Firmen tracken Überstunden strikt, andere haben eine informelle Kultur längerer Arbeitszeiten. Prüfe OpenWork-Bewertungen vor der Zusage.
  • Bezahlter Urlaub (有給休暇, yuukyuu kyuuka) — du erhältst 10 Tage im ersten Jahr, steigend auf 20 Tage bis zum siebten Jahr. Japans Urlaubsnutzungsrate liegt im Schnitt bei 62 %—viele Arbeitnehmer nehmen nicht alle Tage. Ausländische Mitarbeiter bei internationalen Firmen nutzen tendenziell mehr Urlaub.
  • Nomikai (飲み会) — nach der Arbeit mit Kollegen etwas trinken gehen ist gängig, besonders bei traditionellen Firmen. Die Teilnahme wird sozial erwartet (wenn auch nicht gesetzlich vorgeschrieben). Rechne mit ¥3.000–¥5.000 pro Event, 1–2 Mal pro Monat.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange darf ich nach dem Abschluss in Japan bleiben, um einen Job zu finden?

Bis zu 12 Monate. Das Designated Activities-Visum gibt dir 6 Monate, einmal verlängerbar um weitere 6 Monate. Du musst während dieser Zeit aktiv suchen und das bei der Verlängerung nachweisen. Findest du nach 12 Monaten keinen Job, musst du Japan verlassen.

Darf ich nach Erhalt des Arbeitsvisums den Job wechseln?

Ja, aber mit Bedingungen. Das Engineer/Specialist-Visum ist an eine Jobkategorie gebunden, nicht an einen bestimmten Arbeitgeber. Du kannst zu einer anderen Firma im selben Feld wechseln, ohne den Visumsstatus zu ändern. Informiere die Einwanderungsbehörde innerhalb von 14 Tagen nach dem Arbeitgeberwechsel. Wechselst du in ein komplett anderes Feld, brauchst du einen neuen Visumsantrag.

Welches Gehalt brauche ich für das Highly Skilled Professional-Visum?

Es gibt keine Mindestgehaltsanforderung für die Bewerbung. Das Gehalt bringt aber Punkte. Bei ¥3.000.000 bekommst du 0 Gehaltspunkte. Bei ¥4.000.000 sind es 10 Punkte. Bei ¥5.000.000 sind es 15 Punkte. Die meisten Bewerber brauchen mindestens ¥4.000.000, um kombiniert mit Bildung, Alter und Sprachkenntnissen auf 70 Punkte zu kommen.

Ist JLPT N1 für alle Jobs in Japan Pflicht?

Nein. Firmen mit Englisch als Hauptsprache (Rakuten, Mercari, viele Start-ups) stellen mit N2 oder sogar ohne JLPT ein. IT-Firmen achten mehr auf technische Fähigkeiten als auf Japanischniveau. Aber 80 % der Stellen bei traditionellen japanischen Firmen (Fertigung, Bankwesen, Handel) verlangen N1 oder äquivalentes Business-Japanisch. Je besser dein Japanisch, desto mehr Türen öffnen sich.

Wie lange dauert die Jobsuche nach dem Abschluss?

Studierende, die während des letzten Jahres am Shukatsu teilnehmen, haben vor dem Abschluss ein Naitei (informelles Angebot). Wer erst nach dem Abschluss sucht, braucht im Schnitt 3–6 Monate. IT-Absolventen finden schneller (1–3 Monate). Geisteswissenschaftler ohne starkes Japanisch brauchen länger (4–8 Monate).

Darf mein Ehepartner arbeiten, wenn ich ein Arbeitsvisum habe?

Dein Ehepartner erhält ein Dependent-Visum (家族滞在) mit demselben 28-Stunden-Limit wie Studierende. Hast du ein Highly Skilled Professional-Visum, darf dein Ehepartner ohne Stundenbegrenzung Vollzeit arbeiten. Das ist einer der größten Vorteile des HSP-Visums für Familien.

Muss ich zum Boston Career Forum?

Es ist nicht Pflicht, aber der effizienteste Weg zu Jobangeboten von Top-Firmen. Über 200 Firmen nehmen teil. Viele sprechen Angebote noch am selben oder nächsten Tag aus. Wenn du zweisprachig (Japanisch und Englisch) bist, ist das BCF deine stärkste Chance. Die Anmeldung ist kostenlos über CFN (CareerForum.Net). Das Event findet jeden November in Boston statt.

Was passiert, wenn ich gekündigt werde? Verliere ich mein Visum?

Du hast 3 Monate, um einen neuen Job im selben Feld zu finden. Bist du länger als 3 Monate arbeitslos, ohne aktiv zu suchen, kann die Einwanderungsbehörde dein Visum widerrufen. Die 3-Monats-Frist beginnt ab deinem letzten Arbeitstag. Nutze diese Zeit für intensive Jobsuche. Informiere die Einwanderungsbehörde innerhalb von 14 Tagen über den Arbeitgeberwechsel.

Kann ich die Daueraufenthaltserlaubnis mit Studentenvisum bekommen?

Theoretisch ja, praktisch sehr schwierig. Du brauchst 10 Jahre durchgehenden Aufenthalt und stabiles Einkommen. Die meisten Studierenden erfüllen die Einkommensanforderung nicht. Der realistische Weg ist: Studentenvisum → Arbeitsvisum → Daueraufenthalt nach 3–10 Jahren Berufstätigkeit, abhängig von Visumstyp und Punktezahl.

Tags: Karriere Japan Arbeitsvisum Absolvent Shukatsu Jobsuche