Zum Inhalt springen
Studentenwohnung in Frankreich 2026: CROUS & mehr
Studentisches Leben 25. März 2026

Studentenwohnung in Frankreich 2026: CROUS & mehr

Studentenwohnung Frankreich 2026: CROUS-Zimmer ab 150 €/Monat, private Wohnungen, WGs, CAF-Wohngeld bis 250 €/Monat, Visale-Bürgschaft und Mieten nach Stadt.

Study Abroad Redaktionsteam
|
25. März 2026
|
16 Min. Lesezeit
| Studentisches Leben

Die Wohnungssuche gehört zu den größten Herausforderungen für Studierende in Frankreich, und die richtige Entscheidung bestimmt deinen Alltag, dein Budget und dein Wohlbefinden für das gesamte Studienjahr. Frankreich bietet eine ungewöhnlich breite Palette an Wohnmöglichkeiten: Vom staatlich subventionierten CROUS-Zimmer ab 150 € pro Monat über private Studierendenresidenzen bis hin zur Colocation (WG) in Lyon für rund 450 € monatlich. Das Besondere am französischen System: Fast alle Studierenden — auch internationale — haben Anspruch auf staatliches Wohngeld (APL oder ALS), das die Miete um bis zu 250 € pro Monat senken kann. Dieser Ratgeber führt dich durch jede Option, jeden Kostenpunkt und jeden Schritt von der ersten Suche bis zur Vertragsunterschrift.

Frankreich verzeichnete im Studienjahr 2025/26 über 400.000 internationale Studierende und gehört damit zu den sechs beliebtesten Studienländern weltweit. Dieser Andrang belastet den Wohnungsmarkt besonders in Paris, Lyon und Bordeaux. Wer früh plant und das System versteht, bekommt bessere Zimmer zu niedrigeren Preisen. Wer bis September wartet, zahlt einen Aufpreis oder landet in einer Übergangslösung.

Einen umfassenden Überblick zum Studium in Frankreich findest du in unserem Studienratgeber Frankreich. Details zu Studiengebühren und Lebenshaltungskosten findest du im Kostenratgeber Frankreich.

Wohnungstypen für Studierende in Frankreich

1. CROUS-Wohnheime (staatlich subventioniert)

Das CROUS (Centre Régional des Œuvres Universitaires et Scolaires) verwaltet rund 175.000 Zimmer in ganz Frankreich. Diese staatlich bezuschussten Wohnheime sind die günstigste Wohnoption im Land. Jede Region hat ein eigenes CROUS-Büro, aber die Bewerbung läuft zentral über das DSE (Dossier Social Étudiant).

CROUS-Zimmer gibt es in mehreren Varianten:

  • Traditionelle Zimmer (chambre traditionnelle): Einzelzimmer mit ca. 9–10 m², geteilte Bäder und Küchen auf dem Flur. Kosten: 150–200 € pro Monat vor Wohngeld.
  • Renovierte Zimmer (chambre rénovée): Ähnliche Größe, aber mit eigener Dusche und Waschbecken im Zimmer. Kosten: 200–280 € pro Monat vor Wohngeld.
  • Studios (T1/T1bis): Eigenständige Einheiten mit privatem Bad und Küchenzeile, 15–25 m². Kosten: 280–450 € pro Monat. In Paris bis zu 500 €.
  • Wohnungen (T2/T3): Größere Einheiten für Paare oder Familien. Begrenzt verfügbar. Ab 400–600 € pro Monat.

Bewerbung: Französische Studierende bewerben sich über die DSE-Plattform ab dem 15. Januar. Internationale Studierende können die gleiche Plattform nutzen oder sich über das internationale Büro ihrer Universität bewerben. Austauschstudierende und Campus-France-Stipendiaten erhalten oft bevorzugte Plätze. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem: CROUS kann nur etwa 6–8 % aller Studierenden in Frankreich unterbringen.

Was enthalten ist: Wasser, Strom (bis zu einer Obergrenze), Internet und Grundmöblierung (Bett, Schreibtisch, Stuhl, Schrank). Bettwäsche, Küchenutensilien und persönliche Gegenstände bringst du selbst mit.

2. Private Studierendenresidenzen

Private Anbieter wie Studea, Nexity Studéa, Résidences Studélites, Les Estudines, Nemea, Cardinal Campus und Kley betreiben möblierte Studios mit eigenem Bad und Küchenzeile in ganz Frankreich.

Typische Monatsmieten:

  • Paris: 700–1.100 € für ein Studio
  • Lyon, Bordeaux, Nizza: 450–700 €
  • Toulouse, Montpellier, Lille: 400–600 €
  • Kleinere Städte (Rennes, Grenoble, Straßburg): 350–550 €

Wasser, Internet und Gebäudeversicherung sind meist in der Miete enthalten. Strom wird manchmal separat abgerechnet. Die meisten Anbieter verlangen eine Kaution von einer Monatsmiete und den Nachweis eines Bürgen.

3. Colocation (WG)

Die Colocation — das französische Pendant zur deutschen WG — erfreut sich wachsender Beliebtheit. Du mietest ein Zimmer in einer geteilten Wohnung und teilst Gemeinschaftsräume und Miete mit deinen Mitbewohnern. In Paris kann eine Dreier-WG die Einzelkosten auf 450–650 € pro Monat drücken, verglichen mit über 800 € für ein Einzelstudio.

Beliebte Plattformen für die WG-Suche:

  • La Carte des Colocs (lacartedescolocs.fr) — Frankreichs größte WG-Plattform
  • Appartager (appartager.com) — Mitbewohner-Matching
  • LeBonCoin (leboncoin.fr) — Frankreichs größtes Kleinanzeigenportal mit großem Wohnungsbereich
  • PAP (pap.fr) — Direkt vom Eigentümer, keine Maklergebühren
  • Facebook-Gruppen — Suche nach „colocation + [Stadtname]“

4. Private Einzelwohnungen

Eine eigene Wohnung vom privaten Vermieter oder über eine Agentur bietet die größte Unabhängigkeit. Möblierte Mietverträge (location meublée) laufen ein Jahr (oder neun Monate für Studierende mit dem bail mobilité).

Durchschnittliche Monatsmieten für ein privates Studio 2025/26:

Stadt Studio (18–25 m²) 1-Zimmer-Wohnung WG-Zimmer
Paris 700–1.200 € 1.000–1.600 € 500–800 €
Lyon 400–600 € 600–900 € 350–500 €
Bordeaux 450–650 € 650–950 € 350–500 €
Toulouse 380–550 € 550–800 € 300–450 €
Lille 350–500 € 500–750 € 280–420 €
Nizza 480–700 € 700–1.000 € 380–550 €

CAF-Wohngeld: APL und ALS

Einer der größten finanziellen Vorteile des Studiums in Frankreich ist das staatliche Wohngeld der CAF (Caisse d’Allocations Familiales). Fast jeder Studierende in Frankreich — egal welcher Nationalität — kann monatliche Wohnzuschüsse beantragen. Dieser Zuschuss kann die Miete um 50 bis 250 € pro Monat senken.

  • APL (Aide Personnalisée au Logement): Gilt, wenn der Vermieter eine Vereinbarung mit dem Staat abgeschlossen hat. Die meisten CROUS-Wohnheime und viele private Studierendenresidenzen qualifizieren sich. Typisch: 150–250 € pro Monat in Paris, 80–180 € in kleineren Städten.
  • ALS (Allocation de Logement Social): Für Wohnungen ohne APL-Vereinbarung. Die meisten privaten Mietwohnungen und WGs fallen hierunter. Beträge ähnlich wie APL, oft etwas niedriger.

Antragstellung: Erstelle ein Konto auf caf.fr nach deinem Einzug. Du brauchst deinen Mietvertrag, Daten des Vermieters, ein französisches Bankkonto (RIB), deinen Reisepass, deinen Studierendenausweis und einen Einkommensnachweis (oder eine Erklärung über fehlendes Einkommen). Die Bearbeitung dauert 1–2 Monate. Die Zahlung beginnt rückwirkend ab dem Monat nach deinem Einzug.

Das Visale-Bürgschaftssystem

Französische Vermieter verlangen fast immer einen Garant (Bürgen). Für internationale Studierende ohne Bürgen in Frankreich löst das Visale-Programm von Action Logement dieses Problem.

Visale ist eine kostenlose staatliche Bürgschaft, die Folgendes abdeckt:

  • Unbezahlte Miete für die gesamte Mietdauer (bis zu 36 Monate)
  • Schäden an der Wohnung über normale Abnutzung hinaus

Berechtigung: Alle Studierenden unter 30 qualifizieren sich, unabhängig von der Nationalität. Beantrage die Bürgschaft online auf visale.fr vor der Vertragsunterschrift. Die Bearbeitung dauert 24–48 Stunden. Das Zertifikat legst du deinem Vermieter bei der Vertragsunterschrift vor.

Das Mietdossier: Welche Dokumente du brauchst

Französische Vermieter sind streng bei der Dokumentation. Für jede Bewerbung brauchst du ein Dossier de location mit:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Immatrikulationsbescheinigung oder Zulassungsschreiben
  • Einkommensnachweis: letzte drei Gehaltsabrechnungen, Stipendienbescheid oder Kontoauszug
  • Bürgschaftsdokumente: Visale-Zertifikat oder Unterlagen deines Bürgen
  • Letzte drei Mietquittungen (falls zutreffend)
  • Französische Bankverbindung (RIB)

Mieterschutz in Frankreich

Das französische Mietrecht gehört zu den stärksten in Europa:

  • Mietpreisbremse: Paris und weitere Städte (Lyon, Lille, Bordeaux, Montpellier) haben eine encadrement des loyers. Vermieter dürfen nicht über eine veröffentlichte Referenzmiete hinaus verlangen.
  • Kautionsobergrenze: Maximal zwei Monatsmieten (ohne Nebenkosten) bei möblierten Wohnungen, eine Monatsmiete bei unmöblierten. Rückgabe innerhalb von ein bis zwei Monaten nach Auszug.
  • Ein- und Auszugsprotokoll (état des lieux): Pflichtinspektion bei Ein- und Auszug. Schäden, die im Einzugsprotokoll nicht aufgeführt sind, können dir nicht in Rechnung gestellt werden.
  • Kündigungsfrist: Ein Monat bei möblierten Studentenmietverträgen. Der Vermieter muss drei Monate Frist einhalten.

Praktische Tipps

  • Eröffne frühzeitig ein französisches Bankkonto. Du brauchst ein RIB für den Mietvertrag, CAF-Anträge und Versorgungsverträge. Online-Banken wie Boursorama, N26 oder Revolut ermöglichen die Kontoeröffnung vor der Anreise.
  • Schließe eine Hausratversicherung ab. Die assurance habitation ist gesetzlich vorgeschrieben. Basisversicherungen kosten 3–8 € pro Monat bei Anbietern wie LMDE, HEYME oder MAIF.
  • Prüfe die Energieeffizienz (DPE). Meide Wohnungen mit Bewertung F oder G — sie sind schlecht isoliert und teuer zu heizen. Seit 2025 dürfen Wohnungen mit Bewertung G nicht mehr neu vermietet werden.
  • Vorsicht vor Betrug. Überweise kein Geld, bevor du die Wohnung gesehen hast. Zahle keine Kaution vor der Vertragsunterschrift.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet eine Studentenwohnung in Frankreich?

CROUS-Wohnheime kosten 150–500 € pro Monat je nach Zimmertyp und Stadt. Private Studierendenresidenzen liegen bei 350–1.100 €. Private Studios kosten 350–1.200 € je nach Stadt. Nach Abzug des CAF-Wohngelds zahlen die meisten Studierenden außerhalb von Paris 150–400 € monatlich.

Haben internationale Studierende Anspruch auf CAF-Wohngeld?

Ja. Alle Studierenden in Frankreich haben unabhängig von der Nationalität Anspruch auf CAF-Wohngeld. Du brauchst eine gültige Aufenthaltserlaubnis, einen Mietvertrag, ein französisches Bankkonto und einen Studierendennachweis. Beantrage das Wohngeld auf caf.fr nach deinem Einzug.

Was ist Visale und wie bekomme ich es?

Visale ist eine kostenlose staatliche Bürgschaft für Studierende unter 30. Sie ersetzt den traditionellen Bürgen, den französische Vermieter verlangen. Beantrage sie online auf visale.fr mit deinem Studierendenausweis und Reisepass. Du erhältst das Zertifikat innerhalb von 48 Stunden.

Ist es schwer, ein CROUS-Zimmer zu bekommen?

Ja. CROUS hat nur etwa 175.000 Zimmer für über 2,9 Millionen Studierende in Frankreich. Priorität haben Stipendiaten (boursiers), Studierende aus Überseegebieten und Studierende mit Behinderung. Bewirb dich über das DSE bis zum 30. April für die besten Chancen.

Welche Dokumente brauche ich, um eine Wohnung in Frankreich zu mieten?

Du brauchst einen gültigen Reisepass, eine Immatrikulationsbescheinigung, einen Einkommensnachweis oder eine Erklärung über fehlendes Einkommen, ein Visale-Zertifikat oder Bürgschaftsdokumente, die letzten drei Mietquittungen (falls vorhanden) und eine französische Bankverbindung (RIB).

Wie funktioniert die Mietpreisbremse in Paris?

Die encadrement des loyers in Paris legt Höchstmieten pro Quadratmeter fest, basierend auf Stadtviertel, Wohnungsgröße, Baujahr und Möblierung. Im Studienjahr 2025/26 liegt die Referenzmiete für ein möbliertes Studio im Zentrum bei etwa 30–40 € pro m² monatlich. Überhöhte Mieten können innerhalb von drei Jahren nach Vertragsabschluss angefochten werden.

Brauche ich eine Hausratversicherung in Frankreich?

Ja. Das französische Gesetz verlangt von jedem Mieter eine assurance habitation. Sie deckt Feuer, Wasserschäden und Haftpflicht ab. Basisversicherungen kosten 3–8 € pro Monat. Du musst den Nachweis dem Vermieter vorlegen, bevor du die Schlüssel erhältst.

Was ist der bail mobilité?

Der bail mobilité ist ein flexibler Mietvertrag speziell für Studierende, Praktikanten und Kurzzeitbewohner. Er läuft 1–10 Monate (nicht verlängerbar), und der Vermieter darf keine Kaution verlangen. Visale wird als Bürgschaft akzeptiert. Ideal für Austauschstudierende und Masterstudierende mit kurzen Programmen.

Wann sollte ich mit der Wohnungssuche beginnen?

Starte im Januar für CROUS-Wohnungen (DSE öffnet am 15. Januar). Für private Wohnungen beginne 2–3 Monate vor dem Einzugstermin. In Paris 3–4 Monate. Für einen September-Einzug suchst du also ab Mai oder Juni.

Kann ich von Deutschland aus eine Wohnung in Frankreich finden?

Ja. CROUS und private Studierendenresidenzen akzeptieren Online-Bewerbungen aus dem Ausland. Für Privatwohnungen bieten manche Vermieter Videobesichtigungen an. Nutze Plattformen wie studylease.com und immojeune.com. Überweise keine Kaution ohne unterschriebenen Mietvertrag.

Tags: Frankreich Unterkunft CROUS Studentenwohnung CAF Miete