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Stipendien für die Schweiz 2026: Alle Optionen
Finanzen 26. März 2026

Stipendien für die Schweiz 2026: Alle Optionen

Stipendien Schweiz 2026: ESKAS-Bundesstipendien, ETH-Excellence-Programm, EPFL-Förderung, Uni-Stipendien und kantonale Hilfe.

Study Abroad Redaktionsteam
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26. März 2026
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16 Min. Lesezeit
| Finanzen

Die Schweiz bietet gezielte Stipendien für internationale Studierende — aber du musst wissen, wo du suchen musst. Das Bundesprogramm ESKAS (Exzellenz-Stipendien) fördert Postgraduierte aus über 180 Ländern. Die ETH Zürich vergibt das Excellence Scholarship & Opportunity Programme (ESOP), das die kompletten Studiengebühren plus CHF 12.000 pro Semester für Lebenshaltungskosten abdeckt. Die EPFL bietet vergleichbare Stipendien für Masterstudierende. Darüber hinaus finanzieren einzelne Universitäten, Kantone und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Forschung auf allen Stufen. Dieser Leitfaden listet alle wichtigen Finanzierungsquellen für 2026 mit Fristen, Beträgen und Zulassungsbedingungen auf.

Bundes-Exzellenz-Stipendien (ESKAS)

Das ESKAS-Programm ist das Flaggschiff-Stipendium der Schweiz für internationale Studierende. Es wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert und von der Eidgenössischen Stipendienkommission für ausländische Studierende (FCS) verwaltet.

Was ESKAS abdeckt

Leistung Betrag
Monatliches Stipendium CHF 1.920 (Forschung/Doktorat) oder CHF 1.920 (Postdoc)
Studiengebührenbefreiung Volle Gebührenbefreiung an der Gastuniversität
Krankenversicherung Beitrag für die obligatorische Versicherung gedeckt
Wohnkostenzuschuss CHF 300/Monat
Reisekostenzuschuss Ein Hin- und Rückflug (Economy)

Zulassungsbedingungen

  • Staatsangehörigkeit: Bürger:innen aus über 180 Ländern (prüfe die FCS-Länderliste). Schweizer Staatsangehörige und Doppelbürger:innen sind ausgeschlossen.
  • Studienstufe: Doktorierende, Postdocs und in manchen Fällen Masterstudierende (variiert nach Land).
  • Altersgrenze: Geboren nach dem 1. Januar 1991 für Forschungsstipendien. Keine strikte Altersgrenze für Postdoc-Stipendien, aber Kandidat:innen unter 35 werden bevorzugt.
  • Studienleistung: Mindest-GPA äquivalent zur Schweizer Note 5,0 (von 6,0). Ein aussagekräftiger Forschungsvorschlag ist erforderlich.
  • Sprache: Nachweis in der Unterrichtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch, je nach Programm).

Bewerbungsprozess

  1. Kontaktiere die Schweizer Botschaft oder das Konsulat in deinem Heimatland, um das Bewerbungsformular zu erhalten.
  2. Sichere dir eine vorläufige Zusage von einem Schweizer Universitätsprofessor oder einer Abteilung.
  3. Reiche deine Bewerbung über die Botschaft ein (nicht direkt bei der Universität).
  4. Die FCS prüft die Bewerbungen und gibt die Ergebnisse zwischen Februar und Mai bekannt.

Frist: Variiert nach Land, in der Regel August–November für das folgende Studienjahr. Erkundige dich bei deiner Schweizer Botschaft nach den genauen Daten. Verspätete Bewerbungen werden nicht berücksichtigt.

Stipendien der ETH Zürich

Die ETH Zürich, unter den globalen Top 10 der Universitäten, bietet mehrere kompetitive Stipendien für Master- und Doktorstudierende.

Excellence Scholarship & Opportunity Programme (ESOP)

Das ESOP ist die renommierteste Auszeichnung der ETH für Masterstudierende. Es umfasst:

  • Volle Gebührenbefreiung (CHF 730/Semester)
  • Lebenshaltungsstipendium: CHF 12.000 pro Semester (CHF 24.000/Jahr)
  • Gesamtwert: Ca. CHF 25.500 pro Jahr

Zulassung: Obere 10 % des Abschlussjahrgangs. Alle Nationalitäten. Alle ETH-Masterstudiengänge qualifizieren sich. Die Auswahl basiert auf akademischer Leistung, einem persönlichen Essay und Empfehlungsschreiben.

Frist: 15. Dezember (für das folgende Herbstsemester). Bewirb dich über das ETH-Online-Zulassungsportal — die Stipendienbewerbung ist in den Zulassungsprozess integriert.

Master Scholarship Programme (MSP)

Ein Teilstipendium, das CHF 6.000 pro Semester für Lebenshaltungskosten plus Gebührenbefreiung abdeckt. Weniger kompetitiv als ESOP. Verfügbar für alle zugelassenen Masterstudierenden mit starken akademischen Leistungen.

Doktorandenstellen an der ETH Zürich

Alle Doktorandenstellen an der ETH Zürich sind finanziert. Doktorierende erhalten ein Gehalt von CHF 50.000–55.000 pro Jahr (brutto). Das ist kein Stipendium, sondern ein Arbeitsvertrag mit vollen Sozialleistungen. Studiengebühren entfallen. Es gibt keine separate Bewerbung — die Finanzierung ist an die Stelle gekoppelt.

Pioneer Fellowships

Für ETH-Absolvent:innen mit unternehmerischen Projekten. Bis zu CHF 150.000 über 18 Monate. Offen für frische Absolvent:innen (innerhalb von 2 Jahren), die Technologie-Startups auf Basis von ETH-Forschung entwickeln.

Stipendien der EPFL

Die EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne) steht der ETH Zürich in der Forschungsleistung in nichts nach und bietet vergleichbare Finanzierungspakete.

EPFL Excellence Fellowships

  • Betrag: CHF 16.000 pro Jahr (Stipendium) + Gebührenbefreiung (CHF 780/Semester)
  • Dauer: Gesamtes Masterstudium (in der Regel 2 Jahre)
  • Zulassung: Obere 10 % des Jahrgangs. Alle Nationalitäten. Automatische Berücksichtigung bei Zulassung — keine separate Bewerbung nötig.
  • Auswahl: Basierend auf akademischen Leistungen, Ranking der Herkunftsinstitution und Empfehlungsschreiben.

EPFL-Doktorandenstellen

Wie an der ETH sind alle EPFL-Doktorandenstellen vergütet. Doktorierende verdienen CHF 52.000–56.000 pro Jahr (brutto). Volle Sozialleistungen inklusive. Bewirb dich direkt bei EPFL-Doktoratsprogrammen oder einzelnen Laborstellen.

WISH Foundation Grants

Für Frauen in MINT an der EPFL. Umfasst CHF 16.000/Jahr plus Mentoring. Ziel ist die Erhöhung des Frauenanteils in Ingenieurs- und Informatik-Masterstudiengängen.

Universitätsspezifische Stipendien

Jede Schweizer Universität betreibt eigene Stipendienprogramme. Hier sind die wichtigsten Ausschreibungen an den großen Institutionen.

Universität Zürich (UZH)

Stipendium Betrag (CHF/Jahr) Stufe Hinweise
UZH Stipendien für internationale Studierende Bis 18.000 Master Leistungsbasiert; auf bestimmte Programme beschränkt
UZH Semesterstipendien Bis 4.000 Alle Stufen Bedarfsbasiert; Schweizer und internationale Studierende
Forschungskredit Variiert Doktorat, Postdoc Projektbasierte Forschungsfinanzierung

Universität Bern (UniBE)

Stipendium Betrag (CHF/Jahr) Stufe Hinweise
UniBE Internationale Stipendien Bis 15.000 Master Akademische Leistung; bestimmte Fakultäten
UniBE Mobilitätszuschüsse 3.000–6.000 Alle Stufen Für Austauschstudierende

Universität Basel (UniBS)

Stipendium Betrag (CHF/Jahr) Stufe Hinweise
Basel Excellence Scholarships Bis 20.000 Master Leistungsbasiert; Natur- und Geisteswissenschaften
Freiwillige Akademische Gesellschaft (FAG) Variiert Alle Stufen Bedarfsbasierte Zuschüsse einer privaten Stiftung

Universität Genf (UNIGE)

Stipendium Betrag (CHF/Jahr) Stufe Hinweise
UNIGE Excellence Masters Fellowships 10.000–15.000 Master Top-Kandidat:innen von Partnerinstitutionen
Fakultätsspezifische Ausschreibungen Variiert Master, Doktorat Prüfe die einzelnen Fakultätsseiten

Universität St. Gallen (HSG)

Stipendium Betrag (CHF/Jahr) Stufe Hinweise
HSG Talent Scholarships Bis 30.000 Master Akademisches und Führungspotenzial
HSG International Student Grants 5.000–15.000 Alle Stufen Kombinierte Leistungs- und Bedarfsbewertung

Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

Der SNF ist die wichtigste Forschungsförderinstitution der Schweiz. Er finanziert nicht direkt Studiengebühren, sondern Forschungsprojekte, die Doktorierende und Postdocs beschäftigen.

Wichtige SNF-Förderinstrumente

Programm Zielgruppe Finanzierung Dauer
Doc.CH Doktorierende in Geistes-/Sozialwissenschaften Gehalt (CHF 47.000–50.000/Jahr) Bis 4 Jahre
Ambizione Nachwuchsforschende (Postdoc) Gehalt + Forschungsbudget Bis 4 Jahre
PRIMA Forscherinnen Volles Gehalt + Teamfinanzierung Bis 5 Jahre
Postdoc.Mobility Schweizer Postdocs im Ausland Gehalt + Reisekosten Bis 2 Jahre
Projektförderung Professor:innen und Forschungsgruppen Gehälter für Doktorierende/Postdocs + Ausstattung Bis 4 Jahre

SNF-finanzierte Doktorandenstellen werden auf universitären Stellenportalen und auf der SNF-Website ausgeschrieben. Diese Stellen sind vergütet (CHF 47.000–55.000/Jahr) und beinhalten volle Sozialversicherung. Die Finanzierung geht an den Professor / die Professorin, der/die die Doktorierenden einstellt.

Stipendien der Fachhochschulen

Die neun Fachhochschulen (FH) der Schweiz bieten ebenfalls Stipendien, obwohl diese weniger bekannt sind als universitäre Ausschreibungen.

Institution Stipendium Betrag (CHF/Jahr) Hinweise
ZHAW (Zürich) ZHAW-Stiftungszuschüsse Bis 10.000 Bedarfsbasiert; Angewandte Wissenschaften und Gesundheit
FHNW (Nordwestschweiz) FHNW-Stipendien Bis 8.000 Leistungs- und bedarfsbasiert; Ingenieurwesen und Wirtschaft
HES-SO (Westschweiz) HES-SO-Mobilitätszuschüsse 3.000–6.000 Für Austausch- und einreisende Studierende
BFH (Bern) BFH-Unterstützungsfonds Bis 5.000 Not- und bedarfsbasierte Hilfe
HSLU (Luzern) HSLU-Stiftungsunterstützung Bis 6.000 Design-, Musik- und IT-Studierende

FH-Stipendien sind kleiner als ETH- oder EPFL-Ausschreibungen, aber die Konkurrenz ist geringer. Viele werden nicht abgerufen, weil Studierende sich nicht bewerben. Erkundige dich direkt beim Studienfinanzierungsbüro deiner FH — oft gibt es Notfallfonds und einmalige Zuschüsse, die das ganze Jahr über verfügbar sind.

Studierendendarlehen in der Schweiz

Die Schweiz hat kein bundesweites Studiendarlehenssystem wie das UK (Student Loans Company) oder die USA (FAFSA). Finanzierungsmöglichkeiten für Darlehen beschränken sich auf drei Hauptquellen.

  • Kantonale Ausbildungsdarlehen: Verfügbar für Schweizer Ansässige und teilweise EU/EFTA-Staatsangehörige. Zinsen sind niedrig (0–2 %). Rückzahlung beginnt nach dem Abschluss. Maximale Beträge variieren nach Kanton (CHF 10.000–30.000/Jahr). Beantragung über dieselbe Stelle wie kantonale Stipendien.
  • Universitäre Härtefallfonds: Die meisten Universitäten halten einen Notfallfonds für Studierende in unerwarteten finanziellen Schwierigkeiten bereit. Diese sind meist einmalige Zuschüsse von CHF 1.000–5.000, keine Darlehen. Beantragung über die Studienberatung.
  • Private Bankdarlehen: UBS und andere Banken bieten Studierendenkreditlinien. Zinsen sind höher (3–5 %). Genehmigung erfordert eine Schweizer Bürgschaft oder einen Nachweis zukünftigen Einkommens. Nicht empfohlen, solange andere Optionen nicht ausgeschöpft sind.

Internationale Studierende haben weniger Darlehensmöglichkeiten in der Schweiz. Die beste Strategie ist, zuerst Stipendien und Teilzeitarbeit zu sichern, dann die Studienfinanzierungsprogramme deines Heimatlandes zu prüfen. Deutsche Studierende können Auslands-BAföG nutzen, um ein Studium in der Schweiz teilweise zu finanzieren.

Kantonale Stipendien

Schweizer Kantone bieten finanzielle Unterstützung für Studierende, die in ihrem Gebiet angemeldet sind. Die Zulassungsregeln variieren stark.

Wer qualifiziert sich

  • Schweizer Bürger:innen und Niedergelassene: Voller Zugang zu kantonalen Stipendien und Darlehen.
  • EU/EFTA-Staatsangehörige: Manche Kantone gewähren gleichberechtigten Zugang im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens. Andere beschränken die Hilfe auf Schweizer Staatsangehörige.
  • Nicht-EU-Studierende: Grundsätzlich nicht für kantonale Stipendien berechtigt. Ausnahmen gibt es für Studierende, die seit mehreren Jahren im Kanton leben (z. B. Studierende mit Fluchthintergrund).

Kantonale Stipendienübersicht

Kanton Max. Jahresstipendium (CHF) Darlehen verfügbar? Hinweise
Zürich 16.000 Ja Bedarfsbasiert; Schweizer Wohnsitz erforderlich
Bern 16.000 Ja Großzügig für einkommensschwache Familien
Waadt 16.000 Ja Kombinierte Stipendien- und Darlehenspakete
Genf 12.000 Ja Strenge Bedürftigkeitsprüfung
Basel-Stadt 20.000 Ja Einer der großzügigsten Kantone
St. Gallen 14.000 Ja Kombiniert mit Bundesförderung

Bewirb dich über dein kantonales Erziehungsdepartement (Département de l’instruction publique in der Romandie). Fristen sind in der Regel im Frühjahr für das folgende Studienjahr.

Bilaterale und länderspezifische Stipendien

Die Schweiz hat bilaterale Abkommen mit bestimmten Ländern, die Stipendienregelungen enthalten.

  • Deutschland — DAAD: Der DAAD bietet Stipendien für deutsche Studierende in der Schweiz. Die Beträge variieren je nach Programm (CHF 1.000–1.300/Monat für Masterstudierende).
  • Frankreich — Campus France: Französische Regierungsmobilitätsstipendien für Studierende an frankophonen Schweizer Universitäten.
  • Indien — ICCR: Der Indian Council for Cultural Relations finanziert Postgraduierte an Schweizer Hochschulen.
  • China — CSC: Der China Scholarship Council entsendet Studierende an ETH, EPFL und andere Schweizer Institutionen. Vollfinanzierung (Gebühren + Lebenshaltung + Reise).
  • USA — Fulbright: Fulbright Schweiz finanziert amerikanische Studierende für Master- und Doktoratsprogramme. Stipendium von ca. CHF 2.200/Monat.
  • Japan — JASSO: Auslandsstudienzuschüsse für japanische Studierende an Schweizer Partnerhochschulen.

Private Stiftungen und externe Stipendien

  • Rotary Foundation Global Grants: Bis zu $30.000 pro Jahr für Graduierte in bestimmten Bereichen (Frieden, Wasser, Bildung, Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung).
  • Alfred Werner Fonds: Schweizer Stiftung zur Unterstützung von Doktorierenden in den Naturwissenschaften an Schweizer Universitäten.
  • Janggen-Pöhn-Stiftung: Stipendien für Graduierte aus der Ostschweiz (St. Gallen, Thurgau, Appenzell).
  • Humer-Stiftung: Forschungsstipendien für biomedizinische Wissenschaften an Schweizer Institutionen.
  • Baugarten-Stiftung: Finanzielle Unterstützung für Studierende an der ETH Zürich und Universität Zürich.
  • Sophie und Karl Binding Stiftung: Förderung von Studierenden an der Universität Basel.

Zeitplan für Stipendienbewerbungen 2026

Monat Aktion
August–Oktober 2025 ESKAS-Bewerbungen öffnen (länderabhängig). Schweizer Botschaft kontaktieren.
November 2025 ESKAS-Frist für die meisten Länder. ETH/EPFL-Zulassungsbewerbungen starten.
Dezember 2025 ETH ESOP-Frist (15. Dezember). EPFL-Zulassung öffnet.
Januar–Februar 2026 Universitätsspezifische Stipendienfristen. UZH, UniBE, UniBS-Ausschreibungen.
März–April 2026 ESKAS-Ergebnisse werden bekannt gegeben. ETH/EPFL-Zulassungsentscheidungen.
April–Juni 2026 Kantonale Stipendienbewerbungen. Angebote annehmen. Visaprozess starten.
September 2026 Herbstsemester beginnt.

Tipps für eine erfolgreiche Stipendienbewerbung

  • Frühzeitig bewerben. Die meisten Schweizer Stipendien haben feste Fristen ohne Verlängerungen. ESKAS-Fristen variieren nach Land — manche schließen bereits im August.
  • Zuerst Professor:innen kontaktieren. ESKAS- und SNF-Bewerbungen erfordern eine:n akademische:n Betreuer:in in der Schweiz. Nimm 6–12 Monate vor der Frist Kontakt auf.
  • Profil auf Schweizer Stärken abstimmen. Die Schweiz investiert stark in MINT, Pharma, Finanzen und internationale Beziehungen. Vorschläge in diesen Bereichen haben höhere Genehmigungsraten.
  • Starken Forschungsvorschlag vorbereiten. ESKAS- und SNF-Bewerbungen sind forschungsorientiert. Zeige ein klares Problem, eine Methodik und erwartete Ergebnisse.
  • Gute Referenzen einholen. Zwei bis drei Schreiben von Professor:innen, die deine Arbeit kennen. Generische Schreiben schneiden schlecht ab.
  • Sprachkenntnisse nachweisen. Deutschsprachige Programme erfordern TestDaF oder Goethe C1. Französischsprachige Programme erfordern DELF B2+. Englischsprachige Programme erfordern IELTS 6,5+ oder TOEFL 90+.
  • Mehrere Quellen ansteuern. Kombiniere ESKAS mit universitären Stipendien. Manche Förderungen lassen sich stapeln. Prüfe die Regeln jedes Programms zur Parallelfinanzierung.

So schreibst du einen erfolgreichen ESKAS-Forschungsvorschlag

Der ESKAS-Forschungsvorschlag ist das wichtigste Dokument deiner Bewerbung. Die Eidgenössische Stipendienkommission bewertet Vorschläge nach Originalität, Durchführbarkeit, Passung zur Gastuniversität und potenziellem Beitrag. So strukturierst du einen wettbewerbsfähigen Vorschlag.

Aufbau

  1. Titel und Abstract (200 Wörter): Formuliere deine Forschungsfrage klar. Vermeide Fachjargon. Das Abstract muss auch für fachfremde Kommissionsmitglieder verständlich sein.
  2. Hintergrund und Kontext (500 Wörter): Erkläre, warum diese Forschung relevant ist. Zitiere 5–10 Schlüsselpublikationen. Zeige, dass du den aktuellen Forschungsstand verstehst.
  3. Forschungsziele (200 Wörter): Liste 2–3 spezifische, messbare Ziele auf. Jedes Ziel muss innerhalb der Stipendienzeit erreichbar sein.
  4. Methodik (500 Wörter): Beschreibe dein Vorgehen Schritt für Schritt. Nenne Datenquellen, Analysemethoden und Werkzeuge. Erkläre, warum die Schweiz der richtige Ort für diese Forschung ist — verknüpfe es mit dem Labor, den Datensätzen oder der Ausstattung deiner Betreuungsperson.
  5. Zeitplan (Tabelle): Unterteile das Projekt in Quartale oder Semester. Zeige Meilensteine und Ergebnisse.
  6. Erwartete Ergebnisse (200 Wörter): Beschreibe die Publikationen, Konferenzbeiträge oder praktischen Anwendungen, die du erwartest. Sei konkret.
  7. Literaturverzeichnis: Verwende ein einheitliches Zitierformat. 15–25 Referenzen sind typisch.

Häufige Fehler in ESKAS-Vorschlägen

  • Zu breit: “Ich werde den Klimawandel erforschen” ist kein Vorschlag. “Ich werde Gletscherrückzugsmuster in den Berner Alpen mittels LiDAR-Daten der Forschungsstation Jungfraujoch analysieren” ist einer.
  • Kein Schweiz-Bezug: Erkläre konkret, warum du in der Schweiz sein musst. Nenne deine Betreuungsperson, deren Forschungsgruppe und die Einrichtungen, die du nutzen wirst.
  • Kein vorheriger Kontakt: Die FCS prüft, ob du Kontakt zu einer Schweizer Akademikerin / einem Akademiker aufgebaut hast. Lege eine Bestätigungs-E-Mail oder einen Brief deiner geplanten Betreuungsperson bei.
  • Wortlimit ignorieren: Vorschläge, die das Seitenlimit überschreiten, werden ohne Prüfung zurückgeschickt. Halte dich exakt an die Formatvorgaben.

Stipendien kombinieren: Mehrere Förderungen stapeln

Die Schweizer Regeln zur Kombination von Stipendien variieren je nach Programm. Zu wissen, welche Stipendien stapelbar sind, spart Zeit und maximiert deine Finanzierung.

Kombination Erlaubt? Hinweise
ESKAS + Uni-Stipendium In der Regel nein ESKAS verlangt meist den Verzicht auf andere Schweizer Staats- oder Uni-Förderungen
ETH ESOP + private Stiftung Ja (mit Offenlegung) ETH erlaubt ergänzende Stipendien aus externen Quellen. Alle Förderungen melden.
Heimatland-Stipendium + Schweizer Uni-Stipendium In der Regel ja DAAD, CSC, Fulbright erlauben typischerweise Schweizer Ergänzungsstipendien
Kantonales Stipendium + Uni-Stipendium Kantonsabhängig Manche Kantone kürzen ihren Zuschuss bei Erhalt von Uni-Förderung
Doktorandengehalt + externer Forschungszuschuss Ja Doktorandengehälter sind Erwerbseinkommen. Forschungszuschüsse finanzieren das Projekt, nicht die Person.

Faustregel: Lege in jeder Bewerbung alle Finanzierungsquellen offen. Schweizer Institutionen schätzen Transparenz. Verschweigen kann zum Entzug von Stipendien führen. Im Zweifelsfall schreibe direkt an das Stipendienbüro — die Antwort kommt schnell und klar.

Leben mit Stipendienbudget: Reicht es aus?

Die Antwort hängt von der Stipendienhöhe und deiner Stadt ab. So stehen die wichtigsten Stipendien zu den tatsächlichen Lebenshaltungskosten.

Stipendium Monatliches Einkommen (CHF) Zürich-Budget gedeckt? Bern-Budget gedeckt?
ESKAS 1.920 + 300 Wohnzuschuss Knapp — Wohnheim nötig Komfortabel
ETH ESOP ~2.125 (CHF 12.000/Semester) Machbar mit WG Komfortabel
EPFL Fellowship ~1.333 (CHF 16.000/Jahr) Allein nicht ausreichend Knapp
Doktorandengehalt ~3.800 netto Komfortabel Sehr komfortabel

ESKAS-Stipendiat:innen in Zürich sollten Wohnheimplätze (CHF 500–700/Monat) anpeilen und die Mensa nutzen. Die CHF 2.220/Monat insgesamt (Stipendium + Wohnzuschuss) decken einen bescheidenen Lebensstil, lassen aber wenig Spielraum. In Bern, Freiburg oder Neuenburg bietet derselbe Betrag deutlich mehr Komfort.

EPFL-Fellowship-Empfänger:innen mit CHF 1.333/Monat brauchen Zusatzeinkommen oder Ersparnisse. Teilzeitarbeit (15 Stunden/Woche zu CHF 30/Stunde = CHF 1.800/Monat) schließt die Lücke. Die Kombination des Fellowships mit einer Assistenzstelle an der EPFL ist der häufigste Ansatz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das beste Stipendium für ein Studium in der Schweiz?

Das Bundes-Exzellenz-Stipendium (ESKAS) ist das umfassendste. Es deckt Studiengebühren, ein Stipendium von CHF 1.920/Monat, Krankenversicherung und einen Wohnkostenzuschuss. Speziell für Masterstudierende sind das ETH ESOP (CHF 25.500/Jahr) und die EPFL Excellence Fellowships (CHF 17.560/Jahr) die besten Optionen.

Können internationale Studierende Stipendien in der Schweiz bekommen?

Ja. ESKAS akzeptiert Studierende aus 180+ Ländern. ETH- und EPFL-Stipendien stehen allen Nationalitäten offen. Universitätsspezifische Ausschreibungen variieren — manche zielen auf bestimmte Regionen. Private Stiftungen und bilaterale Programme erweitern die Möglichkeiten.

Werden Doktorierende in der Schweiz finanziert?

Fast immer. Doktorandenstellen an Schweizer Universitäten werden mit CHF 47.000–55.000 pro Jahr vergütet. Das ist ein Arbeitsvertrag, kein Stipendium. Studiengebühren entfallen. SNF-Projektförderung und Doc.CH bieten weitere Wege.

Wann sollte ich mich für Schweizer Stipendien bewerben?

Starte 12–18 Monate vor deinem geplanten Studienbeginn. ESKAS-Bewerbungen öffnen im August–Oktober. ETH ESOP schließt im Dezember. Universitätsfristen fallen auf Januar–Februar. Kantonale Stipendien öffnen im Frühjahr.

Bieten Schweizer Universitäten bedarfsbasierte Finanzhilfe?

Einige schon. UZH und UniBE haben Semesterstipendien für Studierende in finanzieller Notlage. Kantonale Stipendien sind primär bedarfsbasiert, aber auf Ansässige beschränkt. Internationale Studierende sollten universitäre Ausschreibungen mit Finanzierungen aus dem Heimatland kombinieren.

Kann ich ein Vollstipendium für Gebühren und Lebenshaltung bekommen?

ESKAS deckt beides. ETH ESOP deckt beides (CHF 24.000/Jahr Lebenshaltung + Gebührenbefreiung). Bei den meisten anderen Stipendien musst du Quellen kombinieren. Eine universitäre Leistungsprämie (CHF 10.000–20.000) plus eigene Ersparnisse oder Teilzeitarbeit schließen die Lücke.

Gibt es Stipendien speziell für Masterstudierende?

Ja. ETH ESOP, EPFL Excellence Fellowships, HSG Talent Scholarships und universitätsspezifische Masterausschreibungen zielen alle auf diese Stufe. ESKAS fördert ebenfalls Masterstudierende aus bestimmten Ländern.

Welchen Notenschnitt brauche ich für Schweizer Stipendien?

ESKAS verlangt einen Schweizer Äquivalent-GPA von 5,0/6,0 (ca. obere 20 %). ETH ESOP zielt auf die oberen 10 % des Jahrgangs. Universitätsstipendien erfordern überdurchschnittliche Leistungen. Kein Schweizer Stipendium verwendet einen einzigen GPA-Schwellenwert — sie bewerten die gesamte Bewerbung.

Tags: Stipendien Schweiz ESKAS ETH EPFL Studienfinanzierung Forschungsförderung