Bewerbung an Schweizer Universitäten 2026
Schritt-für-Schritt zur Bewerbung an ETH Zürich, EPFL und Schweizer Hochschulen. Fristen, Prüfungen, Sprachanforderungen und Diplomanerkennung.
Auf dieser Seite
- Die Schweizer Hochschullandschaft
- ETH Zürich: Bewerbungsprozess
- EPFL Lausanne: Bewerbungsprozess
- Kantonale Universitäten: Bewerbungsprozess
- Anerkennung ausländischer Diplome
- Sprachanforderungen
- Schritt-für-Schritt-Bewerbungscheckliste
- Fachhochschulen: Was du wissen musst
- Online-Bewerbungsportale und Dokumenten-Upload
- Häufige Bewerbungsfehler
- Wichtige Tipps für internationale Bewerberinnen und Bewerber
- Bewerbungskosten
- Häufig gestellte Fragen
- Verwandte Artikel
Die Schweiz hat 12 öffentliche Universitäten, zwei Eidgenössische Technische Hochschulen (ETH Zürich und EPFL) und neun Fachhochschulen. Jede Institution legt eigene Zulassungsregeln fest. Ein zentrales Bewerbungsportal gibt es nicht. Du bewirbst dich direkt bei jeder Hochschule — und die Anforderungen unterscheiden sich je nach angestrebtem Abschluss, Herkunftsland deines Diploms und gewählter Sprachregion. Dieser Leitfaden führt dich durch jeden Schritt: von der Wahl der richtigen Hochschule bis zur finalen Bewerbung.
Die Schweizer Hochschullandschaft
Schweizer Hochschulen gliedern sich in drei Kategorien. Wer den Unterschied kennt, vermeidet Fehlbewerbungen.
Eidgenössische Technische Hochschulen: ETH Zürich und EPFL Lausanne gehören zu den besten Forschungsuniversitäten der Welt. Die ETH Zürich steht durchgehend in den globalen Top 10 für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften. Die EPFL dominiert in Ingenieurwesen, Lebenswissenschaften und Architektur. Beide sind bundesfinanziert und verlangen niedrige Studiengebühren: CHF 730 pro Semester an der ETH Zürich und CHF 780 pro Semester an der EPFL.
Kantonale Universitäten: Zehn Universitäten, finanziert von ihren jeweiligen Kantonen — die Universität Zürich, Universität Bern, Universität Basel, Universität Genf, Universität Lausanne, Universität Freiburg, Universität Neuenburg, Universität Luzern, Università della Svizzera italiana (USI) und die Universität St. Gallen. Die Studiengebühren bewegen sich zwischen CHF 500 und CHF 2.000 pro Semester, abhängig von Hochschule und Nationalität. Die Universität St. Gallen verlangt höhere Gebühren (rund CHF 3.326 pro Semester für internationale Studierende) und genießt einen hervorragenden Ruf in Wirtschaftswissenschaften.
Fachhochschulen: Neun Institutionen mit praxisorientierten Bachelor- und Masterstudiengängen in Ingenieurwesen, Wirtschaft, Gesundheit, Design und Sozialarbeit. Studiengebühren: typischerweise CHF 700 bis CHF 1.000 pro Semester. Für die Zulassung wird häufig einschlägige Berufserfahrung oder ein Praktikum verlangt.
ETH Zürich: Bewerbungsprozess
Die ETH Zürich zieht über 25.000 Studierende an, rund ein Drittel davon international. Der Bewerbungsprozess unterscheidet sich deutlich zwischen Bachelor und Master.
Bachelorstudium an der ETH Zürich
Wer eine Schweizer Matura besitzt, erhält eine direkte Zulassung zu jedem ETH-Bachelorstudiengang — ohne Aufnahmeprüfung. Maturitätszeugnis vorlegen, fertig.
Bei einem ausländischen Schulabschluss hängt der Weg vom Herkunftsland ab. Studierende aus Deutschland mit allgemeiner Hochschulreife (Abitur) können sich direkt bewerben. Auch die österreichische Reifeprüfung qualifiziert für eine direkte Zulassung. Für die meisten anderen Länder verlangt die ETH eine reduzierte Aufnahmeprüfung. Diese Prüfung umfasst Mathematik und ein zweites Fach, das vom gewählten Studiengang abhängt — etwa Physik für Ingenieurwesen oder Biologie für Lebenswissenschaften.
Die reduzierte Aufnahmeprüfung findet einmal jährlich im September statt. Anmeldefrist: 30. Dezember des Vorjahres. Die Prüfung testet Wissen auf dem Niveau eines starken Gymnasialabschlusses. Die ETH stellt vergangene Prüfungsaufgaben auf ihrer Website zur Verfügung. Viele Bewerber bereiten sich drei bis sechs Monate vor.
Eine dritte Option ist die umfassende Aufnahmeprüfung. Sie deckt fünf Fächer ab: Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und eine Sprache. Diese Prüfung ist erforderlich, wenn die bisherige Schulbildung die fachlichen Mindestanforderungen für die reduzierte Prüfung nicht erfüllt. Auch sie findet im September statt, mit Anmeldeschluss 30. Dezember.
Wichtige Termine für die ETH-Bachelor-Zulassung:
| Schritt | Frist | Hinweise |
|---|---|---|
| Online-Bewerbung öffnet | 1. November | Über das ETH-Onlineportal |
| Bewerbungsfrist (mit Prüfung) | 30. Dezember | Inklusive Prüfungsanmeldung |
| Bewerbungsfrist (direkte Zulassung) | 30. April | Schweizer Matura, deutsches Abitur, österr. Reifeprüfung |
| Aufnahmeprüfung | September | Reduziert oder umfassend |
| Semesterbeginn | Mitte September | Bachelor nur im Herbstsemester |
Masterstudium an der ETH Zürich
Die Masterzulassung an der ETH ist unkompliziert. Du bewirbst dich online mit deinem Bachelorabschluss (oder dem Nachweis des erwarteten Abschlusses). Die ETH bewertet deine akademischen Leistungen, die Relevanz deines Bachelorstudiengangs und deine Noten. Keine Aufnahmeprüfung für Masterstudiengänge.
Bewerbungsfrist für das Herbstsemester: 15. Dezember (für die meisten Programme) oder 15. März (für einzelne Programme — prüfe dein Wunschprogramm). Das Frühjahrssemester bietet selten Zulassungen; die meisten Masterstudiengänge starten nur im Herbst. Die ETH verschickt Zulassungsentscheide innerhalb von acht bis zwölf Wochen nach der Frist.
Mindestanforderungen: ein anerkannter Bachelorabschluss mit starken Noten im relevanten Fachgebiet. Die ETH veröffentlicht keinen festen Notenschnitt. Kompetitive Programme in Informatik, Data Science und Elektrotechnik erwarten Leistungen im obersten Viertel. Bei unvollständiger fachlicher Übereinstimmung zwischen Bachelor und Master verlangt die ETH möglicherweise Brückenkurse im ersten Jahr.
EPFL Lausanne: Bewerbungsprozess
Die EPFL folgt einem anderen Modell. Die Institution legt großen Wert auf Aufnahmeprüfungen für Bachelorstudierende.
Bachelorstudium an der EPFL
Inhaberinnen und Inhaber der Schweizer Matura erhalten eine direkte Zulassung — wie an der ETH. Absolventinnen und Absolventen des französischen Baccalauréat mit naturwissenschaftlichem Profil und starken Noten können sich ebenfalls direkt bewerben.
Alle anderen internationalen Bewerber müssen die CMS-Aufnahmeprüfung (Cours de Mathématiques Spéciales) bestehen. Das ist ein anspruchsvoller zweistufiger Prozess. Zunächst besuchst du ein einjähriges Vorbereitungsprogramm an der EPFL, den CMS-Kurs. Nach Abschluss des Jahres legst du die CMS-Prüfung ab. Bei Bestehen trittst du in das erste Bachelorstudienjahr ein. Bei Nichtbestehen musst du die EPFL verlassen. Es gibt keinen zweiten Versuch.
Das CMS-Jahr umfasst höhere Mathematik, Physik und analytische Methoden. Es läuft von September bis Juni. Etwa 50 % der CMS-Studierenden bestehen die Prüfung. Dieser strenge Filter stellt sicher, dass Studierende im EPFL-Bachelor dem Arbeitspensum gewachsen sind.
Bewerbungsfrist für das CMS-Jahr: 30. April. Du bewirbst dich über das EPFL-Onlineportal mit Maturazeugnis, Notenübersicht und Passkopie.
Masterstudium an der EPFL
Masterstudiengänge an der EPFL erfordern einen anerkannten Bachelorabschluss. Bewirb dich online zwischen dem 1. November und dem 15. Dezember (für bevorzugte Berücksichtigung) oder bis zum 15. April (letzte Frist). Die EPFL bewertet deine akademischen Leistungen, Empfehlungsschreiben und dein Motivationsschreiben. Keine Aufnahmeprüfung. Kompetitive Programme in Informatik, Robotik und Finanzingenieurwesen erhalten Hunderte Bewerbungen für begrenzte Plätze.
Kantonale Universitäten: Bewerbungsprozess
Jede kantonale Universität hat ein eigenes Bewerbungsportal. Ein einheitliches System wie UCAS in Großbritannien oder uni-assist in Deutschland gibt es nicht. Die Website swissuniversities.ch bietet einen Überblick und Links zu allen Institutionen.
Allgemeine Anforderungen
Für Bachelorstudiengänge brauchst du einen Schulabschluss, der als gleichwertig mit der Schweizer Matura anerkannt ist. Das Swiss ENIC-NARIC-Zentrum bewertet ausländische Diplome. Das deutsche Abitur, das französische Baccalauréat, das International Baccalaureate (IB mit mindestens 30 Punkten) und britische A-Levels (mindestens 3 Fächer) werden in der Regel anerkannt. Diplome aus anderen Ländern erfordern eine Einzelfallbewertung.
Manche Universitäten stellen zusätzliche Bedingungen. Die Universität Zürich verlangt von Bewerberinnen und Bewerbern aus bestimmten Ländern das Bestehen einer Ergänzungsprüfung der ECUS-Stiftung (Examen Complémentaire des Universités Suisses). Diese Prüfung umfasst fünf Fächer: Mathematik, eine Naturwissenschaft, Geschichte, Geografie und eine zweite Sprache. Sie findet einmal jährlich in Freiburg statt.
Für Masterstudiengänge benötigst du einen anerkannten Bachelorabschluss in einem verwandten Fachgebiet. Die meisten kantonalen Universitäten legen einen Mindestnoten-Äquivalenzwert fest, wobei der genaue Schwellenwert variiert.
Bewerbungsfristen
Die Fristen variieren je nach Universität und Studiengang. Hier eine Übersicht für das Herbstsemester 2026:
| Universität | Bachelor-Frist | Master-Frist |
|---|---|---|
| Universität Zürich | 30. April | Je nach Fakultät |
| Universität Bern | 30. April | Je nach Fakultät |
| Universität Basel | 30. April | 1. April |
| Universität Genf | 28. Februar | 15. März |
| Universität Lausanne | 28. Februar | Je nach Fakultät |
| Universität Freiburg | 30. April | 30. April |
| Universität St. Gallen | 30. April | 31. März |
| USI (Lugano) | 30. April | Je nach Studiengang |
Überprüfe die exakte Frist auf der Website der jeweiligen Universität. Manche Programme schließen früher, wenn genügend Bewerbungen eingegangen sind.
Anerkennung ausländischer Diplome
Die Schweiz erkennt nicht jedes ausländische Diplom automatisch an. Das Swiss ENIC-NARIC-Zentrum (betrieben vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) bearbeitet Anerkennungsverfahren. Zwei Szenarien sind für Studienbewerber relevant.
Schulabschlüsse: Wer die Sekundarschulbildung außerhalb der Schweiz abgeschlossen hat, wird von der Zieluniversität geprüft. Die Bewertung folgt Richtlinien von swissuniversities. Diplome aus EU-/EFTA-Staaten werden meist problemlos anerkannt. Diplome aus anderen Ländern erfordern möglicherweise Ergänzungsprüfungen (wie die oben genannte ECUS-Prüfung).
Hochschulabschlüsse: Wer einen Bachelor- oder Masterabschluss einer ausländischen Universität besitzt und in der Schweiz weiterstudieren möchte, wird von der aufnehmenden Hochschule bewertet. Für reglementierte Berufe (Medizin, Jura, Architektur, Lehramt) ist möglicherweise eine formale Anerkennung durch das Swiss ENIC-NARIC-Zentrum erforderlich. Kosten: CHF 150. Dauer: vier bis zwölf Wochen.
Beginne das Anerkennungsverfahren frühzeitig. Besorge apostillierte oder legalisierte Kopien deiner Diplome sowie beglaubigte Übersetzungen in die Sprache der Zieluniversität (Deutsch, Französisch oder Italienisch). Bearbeitungsverzögerungen beim ENIC-NARIC oder bei der Zulassungsstelle der Universität können deine Bewerbungstimeline sprengen.
Sprachanforderungen
Die Schweiz hat vier Landessprachen. Die Unterrichtssprache hängt vom Standort der Universität und dem jeweiligen Studiengang ab.
Deutschsprachige Universitäten
ETH Zürich, Universität Zürich, Universität Bern, Universität Basel, Universität Luzern, Universität St. Gallen und die deutschsprachigen Fakultäten der Universität Freiburg unterrichten vorwiegend auf Deutsch. Die meisten Bachelorstudiengänge verlangen Deutsch C1 (GER-Niveau). Akzeptierte Zertifikate:
- Goethe-Zertifikat C1 oder C2
- TestDaF (mindestens TDN 4 in allen vier Teilprüfungen)
- DSH-2 oder DSH-3
- telc Deutsch C1 Hochschule
- ÖSD Zertifikat C1
Einige Masterstudiengänge an der ETH Zürich und der Universität Zürich werden vollständig auf Englisch unterrichtet. Dafür brauchst du einen Englischnachweis (IELTS 7.0+ oder TOEFL 100+), aber kein Deutschzertifikat. Prüfe die Sprachseite jedes Studiengangs sorgfältig.
Französischsprachige Universitäten
EPFL, Universität Genf, Universität Lausanne, Universität Neuenburg und die französischsprachigen Fakultäten der Universität Freiburg unterrichten auf Französisch. Erforderliches Niveau: Französisch B2 bis C1, je nach Universität. Akzeptierte Zertifikate:
- DELF B2 oder DALF C1/C2
- TCF (mindestens B2-Niveau)
- Alliance-Française-Zertifikat ab B2
Die EPFL ist bei Masterstudiengängen toleranter — viele nutzen Englisch als Hauptunterrichtssprache. Die Universität Genf verlangt B2 für die meisten Bachelorstudiengänge und C1 für manche Masterstudiengänge in Geistes- und Sozialwissenschaften.
Italienischsprachige Universität
Die USI in Lugano unterrichtet auf Bachelorniveau auf Italienisch (B2 erforderlich) und für die meisten Masterstudiengänge auf Englisch. Einige Architektur- und Kommunikationsprogramme bleiben durchgehend auf Italienisch.
Englischsprachige Studiengänge
Englischsprachige Programme wachsen in der gesamten Schweiz. Die ETH Zürich bietet die meisten Masterstudiengänge auf Englisch an. Die EPFL ebenso. Die Universität St. Gallen und die USI haben ebenfalls ein umfangreiches englischsprachiges Angebot. Für diese Programme sind IELTS 6.5 bis 7.0 oder TOEFL 90 bis 100 Standard. Cambridge C1 Advanced (CAE) wird ebenfalls akzeptiert.
Schritt-für-Schritt-Bewerbungscheckliste
Folge diesem Zeitplan für einen Start im Herbst 2026:
September–Oktober 2025: Universitäten und Programme recherchieren. Sprachanforderungen identifizieren. Sprachvorbereitung starten, falls nötig. Die Zulassungsstelle der Zieluniversität kontaktieren, um die Anerkennung deines Diploms zu klären.
November–Dezember 2025: Sprachprüfungen ablegen (Goethe, DELF, IELTS). Bewerbungsunterlagen vorbereiten: beglaubigte Kopien von Diplomen, Notenübersichten, Reisepass, Lebenslauf, Motivationsschreiben. ETH- und EPFL-Onlineportale öffnen am 1. November. ETH-Bewerbungen mit Aufnahmeprüfung bis 30. Dezember einreichen. EPFL-Master-Bewerbungen bis 15. Dezember für bevorzugte Berücksichtigung.
Januar–Februar 2026: Bewerbungen bei Universitäten mit Februarfrist einreichen (Genf, Lausanne). Empfehlungsschreiben von Professorinnen und Professoren anfordern. Akademische Notenübersichten mit beglaubigten Übersetzungen senden.
März–April 2026: Verbleibende Bewerbungen einreichen (Frist 30. April bei den meisten Universitäten). Ergänzungsprüfungen anmelden (ECUS). Visumsantrag starten, falls du kein EU-/EFTA-Staatsangehöriger bist.
Mai–August 2026: Zulassungsentscheide erhalten. Angebot annehmen und Einschreibegebühr bezahlen. Studentenwohnheim beantragen (Vergabe nach Eingang — sofort bewerben). Reise buchen. Visumsverfahren abschließen.
Fachhochschulen: Was du wissen musst
Die neun Schweizer Fachhochschulen richten sich an Studierende, die eine praxisorientierte, berufsnahe Ausbildung einer theoretischen Forschungslaufbahn vorziehen. Diese Institutionen pflegen enge Verbindungen zur Schweizer Industrie. Absolventinnen und Absolventen treten mit praktischen Fähigkeiten und beruflichen Netzwerken in den Arbeitsmarkt ein, die universitären Absolventen oft fehlen.
Die Zulassung zu einem Fachhochschul-Bachelorstudiengang erfordert entweder eine Schweizer Berufsmaturität oder eine Gymnasiale Maturität kombiniert mit mindestens einem Jahr einschlägiger Berufserfahrung. Für internationale Bewerberinnen und Bewerber wird die Gleichwertigkeit individuell geprüft. Ein starker Schulabschluss zusammen mit einem dokumentierten Praktikum oder einer Arbeitsstelle im relevanten Bereich reicht oft aus.
Wichtige Institutionen sind die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur, die Hochschule Luzern (HSLU), die Berner Fachhochschule (BFH), die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), die Haute école spécialisée de Suisse occidentale (HES-SO) in der Romandie und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) im Tessin. Studiengebühren: CHF 700 bis CHF 1.000 pro Semester für Schweizer und EU-Studierende. Internationale Studierende von außerhalb der EU/EFTA zahlen möglicherweise Zuschläge von CHF 500 bis CHF 1.500 pro Semester.
Bewerbungsfristen sind typischerweise 28. Februar bis 30. April. Programme in Gesundheit, Sozialarbeit und Design haben oft frühere Fristen und beinhalten Eignungstests oder Portfoliobewertungen. Prüfe die jeweilige Fachhochschul-Website für genaue Anforderungen.
Online-Bewerbungsportale und Dokumenten-Upload
Jede Schweizer Hochschule nutzt ihr eigenes Online-Bewerbungsportal. Ein gemeinsames System gibt es nicht. Hier ist, was dich beim Einreichen erwartet.
ETH Zürich nutzt das myStudies-Portal. Erstelle ein Konto, fülle persönliche und akademische Daten aus, lade gescannte Dokumente hoch und bezahle die Bewerbungsgebühr (CHF 150 für internationale Bewerber). Das Portal führt dich durch jeden Schritt und zeigt, welche Dokumente fehlen. Lade Dokumente als PDF-Dateien hoch. Maximale Dateigröße: typischerweise 5 bis 10 MB pro Dokument.
EPFL nutzt das IS-Academia-Portal. Der Prozess gleicht dem der ETH: Kontoeröffnung, Formularausfüllung, Dokumenten-Upload und Gebührenzahlung. Die EPFL verlangt für Masterbewerbungen einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben als separate PDF-Dateien.
Kantonale Universitäten haben jeweils eigene Portale. Universelle Tipps: Dokumente mit 300 DPI scannen. Beschreibende Dateinamen verwenden. Die Bewerbung mindestens drei Tage vor der Frist einreichen, um technische Probleme abzufangen. Nach dem Absenden erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail — speichere sie und prüfe, ob alle hochgeladenen Dokumente korrekt im Portal erscheinen.
Häufige Bewerbungsfehler
Zu spät für die Aufnahmeprüfung bewerben. Die Frist der ETH am 30. Dezember überrascht viele Studierende. Wer die reduzierte Aufnahmeprüfung braucht und diese Frist verpasst, wartet ein ganzes Jahr.
Die Sprachanforderung ignorieren. Ein Deutsch-C1-Zertifikat erfordert 12 bis 18 Monate intensives Lernen, wenn du bei null startest. Beginne frühzeitig. Universitäten gewähren keine vorläufige Zulassung, während du einen Sprachkurs absolvierst — das Zertifikat muss zum Bewerbungszeitpunkt vorliegen.
Annehmen, dass alle Schweizer Universitäten dieselben Unterlagen akzeptieren. Jede Universität hat spezifische Anforderungen. Die Universität St. Gallen verlangt einen GMAT für ihr MBA-Programm. Die Universität Genf hat ein eigenes Onlineportal mit besonderen Formatierungsvorschriften. Lies die Zulassungsseite jeder Universität gründlich.
Diplomanerkennung überspringen. Steht dein Landesabschluss nicht auf der Standard-Anerkennungsliste, brauchst du möglicherweise die ECUS-Ergänzungsprüfung. Wer das zwei Wochen vor der Frist entdeckt, hat keine Zeit zur Vorbereitung.
Beglaubigte Übersetzungen vergessen. Diplome und Notenübersichten, die nicht auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch vorliegen, müssen von einem vereidigten Übersetzer übersetzt werden. Manche Universitäten verlangen zusätzlich eine Beglaubigung. Dieser Prozess dauert zwei bis vier Wochen.
Wichtige Tipps für internationale Bewerberinnen und Bewerber
Der Schweizer Bewerbungsprozess unterscheidet sich von dem in anderen Ländern. Diese Hinweise helfen dir, typische Stolpersteine zu vermeiden und deine Chancen zu maximieren.
Kontaktiere die Zulassungsstelle frühzeitig. Schweizer Zulassungsstellen sind in der Regel gut erreichbar und beantworten Anfragen innerhalb weniger Tage. Schreibe eine E-Mail mit deiner konkreten Situation (Land, Abschluss, gewünschtes Programm) und frage, welche Dokumente du brauchst. Das spart Wochen und verhindert, dass du falsche Unterlagen vorbereitest.
Plane Übersetzungszeiten ein. Vereidigte Übersetzungen dauern in vielen Ländern zwei bis vier Wochen. Apostillen können je nach Land zusätzliche Wochen in Anspruch nehmen. Starte diesen Prozess mindestens zwei Monate vor der Bewerbungsfrist.
Halte Kopien aller Unterlagen bereit. Scanne jedes eingereichte Dokument und speichere es in einem Cloud-Ordner. Wenn eine Universität nach zusätzlichen Kopien fragt oder ein Dokument verloren geht, kannst du schnell reagieren.
Informiere dich über Studienfinanzierung parallel zur Bewerbung. Stipendienfristen fallen oft vor oder gleichzeitig mit Bewerbungsfristen. Die Bundes-Exzellenz-Stipendien (ESKAS) haben eine Frist im November. Das ETH ESOP-Stipendium schließt im Dezember. Wer die Stipendienbewerbung aufschiebt, verliert möglicherweise Finanzierungsmöglichkeiten.
Bereite dich auf eventuelle Aufnahmeprüfungen vor. Ob ETH-Aufnahmeprüfung oder ECUS-Ergänzungsprüfung — unterschätze den Vorbereitungsaufwand nicht. Die ETH stellt vergangene Prüfungsaufgaben online zur Verfügung. Nutze sie als Übungsmaterial. Für die ECUS-Prüfung gibt es vorbereitende Kurse in Freiburg.
Bewerbungskosten
Bewerbungen an Schweizer Universitäten sind im Vergleich zu den USA oder Großbritannien günstig. Die meisten Hochschulen erheben keine Gebühr oder eine Gebühr von CHF 100 bis CHF 200. Die wichtigsten Kosten:
| Ausgabe | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Bewerbungsgebühr (pro Universität) | CHF 0–200 |
| Sprachprüfung (Goethe C1) | CHF 250–350 |
| Sprachprüfung (IELTS) | CHF 300–350 |
| ECUS-Ergänzungsprüfung | CHF 800 |
| Diplomanerkennung (ENIC-NARIC) | CHF 150 |
| Beglaubigte Übersetzungen (pro Dokument) | CHF 50–150 |
| Apostille (pro Dokument) | Variiert je nach Land |
Plane CHF 500 bis CHF 1.500 für den gesamten Bewerbungsprozess ein — abhängig von der Anzahl der Hochschulen und davon, ob du Ergänzungsprüfungen oder Übersetzungen benötigst.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich mich gleichzeitig an mehreren Schweizer Universitäten bewerben?
Ja. Es gibt keine Begrenzung für gleichzeitige Bewerbungen. Jede Universität hat ihr eigenes Portal, und die Bewerbungen sind unabhängig voneinander. Bewirb dich bei zwei oder drei Institutionen, um deine Chancen zu erhöhen — besonders wenn der Anerkennungsstatus deines Diploms unklar ist.
Muss ich die ETH-Aufnahmeprüfung ablegen, wenn ich ein deutsches Abitur habe?
Nein. Inhaberinnen und Inhaber des deutschen Abiturs erhalten eine direkte Zulassung zu ETH-Bachelorstudiengängen ohne Aufnahmeprüfung. Dasselbe gilt für die österreichische Reifeprüfung und die Schweizer Matura. Du musst trotzdem studiengangspezifische Voraussetzungen erfüllen (etwa bestimmte Mathematik- und Naturwissenschaftsfächer).
Welchen Notendurchschnitt brauche ich für einen Master an der ETH Zürich?
Die ETH veröffentlicht keinen festen Notenschnitt. Kompetitive Programme wie Informatik und Data Science nehmen Studierende mit Noten im oberen Viertel von anerkannten Universitäten auf. Ein Äquivalent von 5,0/6,0 im Schweizer System (ungefähr 1,5 im deutschen System oder 3,5/4,0 US-GPA) gibt dir eine realistische Chance. Schwächere Noten mit starker Forschungserfahrung oder relevanter Berufserfahrung können trotzdem zur Zulassung führen.
Ist die CMS-Prüfung der EPFL schwierig?
Die CMS-Bestehensquote liegt bei rund 50 %. Das einjährige Vorbereitungsprogramm ist anspruchsvoll: tägliche Vorlesungen in Mathematik, Physik und analytischen Methoden. Erfolgreiche Studierende hatten typischerweise einen starken naturwissenschaftlichen und mathematischen Hintergrund in der Schulzeit. Bei schwachen Mathekenntnissen empfiehlt es sich, die Grundlagen vor der Einschreibung in das CMS-Jahr zu festigen.
Kann ich im Frühjahrssemester beginnen?
Die meisten Bachelorstudiengänge in der Schweiz starten nur im Herbst (September). Einige Masterstudiengänge erlauben einen Einstieg im Frühjahrssemester (Februar), aber die Auswahl ist begrenzt. ETH-Masterstudiengänge lassen in der Regel nur zum Herbst zu. EPFL und einige kantonale Universitäten bieten für ausgewählte Masterstudiengänge einen Frühjahrsstart an. Prüfe die Seite deines Wunschstudiengangs.
Wie lange dauert die Diplomanerkennung?
Das Swiss ENIC-NARIC-Zentrum bearbeitet Anerkennungsanträge in vier bis zwölf Wochen. Einfache Fälle (EU-Abschlüsse) dauern vier Wochen. Abschlüsse aus Ländern mit weniger etablierten Anerkennungsabkommen brauchen länger. Reiche deinen Antrag mindestens drei Monate vor der Bewerbungsfrist ein.
Verlangen Schweizer Universitäten ein Motivationsschreiben?
Die meisten Masterstudiengänge verlangen ein Motivationsschreiben (ein bis zwei Seiten). Bachelorstudiengänge fragen selten danach. Das Schreiben sollte erklären, warum du die Schweiz gewählt hast, warum genau dieses Programm und welche Karriereziele du verfolgst. Sei konkret: Nenne Professorinnen und Professoren, deren Forschung dich interessiert, Einrichtungen, die du nutzen möchtest, oder Kurse, die zu deinen Zielen passen.
Was passiert, wenn mein Diplom nicht anerkannt wird?
Wird dein Schulabschluss nicht als gleichwertig mit der Schweizer Matura anerkannt, hast du zwei Optionen. Erstens: die ECUS-Ergänzungsprüfung in Freiburg ablegen (einmal jährlich im September). Zweitens: ein oder zwei Jahre Universitätsstudium in deinem Heimatland absolvieren und dich dann als Transfer-Studierender an einer Schweizer Universität bewerben. Die ECUS-Prüfung ist der schnellere Weg, wenn dein akademischer Hintergrund solide ist.
Gibt es Stipendien für internationale Studierende in der Schweiz?
Ja, aber sie sind kompetitiv. Die Bundes-Exzellenz-Stipendien (ESKAS) fördern Postgraduierte und Forschende. Die ETH Zürich bietet das Excellence Scholarship and Opportunity Programme (ESOP) an — es deckt Studiengebühren plus einen Lebenshaltungszuschuss von CHF 12.000 pro Semester. Die EPFL hat ähnliche leistungsbasierte Auszeichnungen. Viele kantonale Universitäten vergeben kleinere Zuschüsse. Bewirb dich frühzeitig — die meisten Stipendienfristen liegen im Dezember oder Januar, Monate vor der Universitätsbewerbungsfrist.
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